Am Nachmittag stand der deutsche Leitindex 0,5 Prozent höher bei 25.108 Punkten. Für den MDax mit den mittelgrossen Börsenwerten ging es zur Wochenmitte um 0,4 Prozent auf 31.525 Punkte nach oben. Während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 0,7 Prozent gewann, wurde auch an den US-Börsen ein solider Auftakt erwartet.

Ausgewertet wurde am Mittwoch Trumps Rede zur Lage der Nation. In dieser ist der US-Präsident laut Stanzl ohne neue Zolldrohungen ausgekommen, nachdem ihm das jüngste Urteil des obersten US-Gerichts ein zentrales Werkzeug seiner politischen Agenda aus der Hand genommen habe. Zudem hätten sich die Anleger bei diesem Thema «inzwischen ein dickes Fell zugelegt».

Nachdem zuletzt verstärkt mögliche Bedrohungen durch Künstliche Intelligenz thematisiert und Investitionen in diese Technologien von Anlegern hinterfragt wurden, dürften als Nächstes die Resultate des KI-Chipriesen besonders kritisch beäugt werden, die am Mittwoch nach US-Handelsschluss erwartet werden.

«Der Chipkonzern gilt als Seismograf für die Investitionsbereitschaft im KI-Komplex», hiess es am Mittwoch in einem Kommentar von Index-Radar. Angesichts der massiven Investitionsprogramme der grossen Tech-Konzerne erwarte der Markt «mehr als gute Zahlen». «Entsprechend hoch liegt die Messlatte und nur deutlich bessere Aussichten dürfte neue Dynamik entfachen», hiess es von den Experten.

In Deutschland ging die Bilanzsaison auch mit mehreren Jahresberichten weiter. Die Aktien von Fresenius verloren am Nachmittag fast zwei Prozent nach durchwachsenen Neuigkeiten. Dies galt neben den Zahlen zum Schlussquartal auch für den Ausblick, den Analysten einhellig als schwach monierten.

Beim Baustoffhersteller Heidelberg Materials reichten ordentliche Zahlen nicht, um das zuletzt von der Debatte über europäische Klimaschutzmassnahmen getrübte Stimmungsbild unter den Anlegern zu wandeln. Kritik gab es vor allem am Zielkorridor für das operative Ergebnis (Ebit), dessen Mittelwert laut dem Barclays-Analysten Tom Zhang unter dem Analystendurchschnitt lag. Die Aktien büssten 2,6 Prozent ein.

Die gut gelaufenen Eon -Titel pendelten sich nach grösseren Schwankungen bei einem Plus von 1,4 Prozent ein. Der Energiekonzern konnte dank milliardenschwerer Investitionen in den Ausbau des Energienetzes das bereinigte operative Ergebnis steigern und plant bis 2030 weitere Milliarden-Investitionen. Ein Händler attestierte Eon einen konservativen Ausblick.

Im MDax gab es bei Auto1 nach zunächst noch solidem Start einen Kursrutsch um mehr als 10 Prozent. Die Titel setzten ihren freien Fall fort mit dem tiefsten Stand seit April 2025. In absoluten Zahlen liege der Ausblick für das operative Ergebnis (Ebitda) etwas unter dem Konsens, schrieb der JPMorgan-Fachmann Marcus Diebel. Das sei eine kleine Enttäuschung des Gebrauchtwagenhändlers.

Dagegen sprangen die Titel von Nordex als MDax-Spitzenreiter um 19 Prozent hoch. Jefferies-Experte Constantin Hesse attestierte dem Windturbinenbauer ein «hervorragendes viertes Quartal». Auch der Jahresausblick sowie die mittelfristige Prognose für die Geschäftsentwicklung seien besser als gedacht. RBC-Analyst Colin Moody sieht nun Potenzial, dass die Konsensschätzungen für das operative Ergebnis (Ebitda) 2026 und darüber hinaus steigen könnten.

Abgeschlagenes Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax war der IT-Dienstleister Nagarro mit einem Kurseinbruch um 14 Prozent. Triftige Gründe dafür sahen Händler und Analysten zunächst nicht. Verwiesen wurde aber auf einen inzwischen wohl höheren Anteil an Leerverkäufern, also Marktteilnehmer, die bei Nagarro auf fallende Kurse spekulieren./tih/jha/

(AWP)