Um die Mittagszeit legte das deutsche Börsenbarometer um 0,7 Prozent auf 25.795 Punkte zu, nachdem zeitweise weniger als zehn Punkte bis zur Bestmarke von 25.900 Zählern gefehlt hatten. Auf Wochen- und auf Monatssicht zeichnet sich ein deutliches Plus zwischen zwei bis drei Prozent ab.

Der Leitindex profitiert laut Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank von der allgemeinen Zunahme der Risikobereitschaft. Nun drehe sich «alles um die Auflösung einer ungefähr ein Jahr alten Seitwärtsphase», für die er positive Signale sieht. Schnelle Kursrückgänge seien zuletzt ausgeblieben. «Wenn der Kaufdruck, der sich gerade aufbaut, anhält und zunimmt, steht einem Anstieg in Richtung 26.000 Punkte im Dax technisch nichts mehr im Wege», resümierte er.

Der MDax gewann am Freitagmittag 0,1 Prozent auf 32.242 Punkte und auch allgemein an Europas Börsen ging es aufwärts.

Wie in den USA und Asien legten auch hierzulande vor allem Technologieaktien wieder spürbar zu, wobei vor allem auf starke Vorgaben von US-Techgiganten verwiesen wurde. Dort hatten jüngst erst Microsoft und am Vorabend nach Börsenschluss dann auch Amazon mit ihren Quartalsberichten überzeugt.

Im Dax sprangen Infineon an die Spitze mit plus 5,7 Prozent. Im MDax gewannen Aixtron 7,5 Prozent, Suss Microtec 5,2 Prozent und Siltronic 5,2 Prozent. Der Waferhersteller Siltronic profitierte nach starken Quartalszahlen am Vortag dabei von gleich drei Hochstufungen. So sprachen die Deutsche Bank Research und Kepler Cheuvreux Kaufempfehlungen aus und strichen ihre neutralen Einstufungen. Die Bank of America gab unterdessen ihre negative Einschätzung auf und beurteilt die Aktie nun mit «Neutral».

Siemens Healthineers pendelten nach durchwachsenen Quartalszahlen und geänderten Jahreszielen zwischen kräftigen Gewinnen und Verlusten und zeigten sich zuletzt unverändert. Der Medizintechnik-Hersteller senkte angesichts der im dritten Quartal schwachen Diagnostik-Sparte zwar das Jahresumsatzziel 2025/26, hob aber zugleich die bereinigte Gewinnprognose je Aktie an. Hier kamen dem Konzern positive Sondereffekte aus US-Steuerrückerstattungen zugute.

Negativ ragten im MDax Schaeffler heraus mit minus 13 Prozent. Wegen der schlechten Lage in der Autoindustrie strich der Auto- und Industriezulieferer seine mittelfristigen Geschäftsziele zusammen.

Hensoldt gaben trotz starker Auftragslage 5,2 Prozent ab. Der Rüstungselektronikkonzern profitierte von der Aufrüstung der Nato-Staaten. In den ersten sechs Monaten verdoppelte sich der Auftragseingang. Hensoldt ist aber laut JPMorgan-Analyst David Perry das «am höchsten bewertete Rüstungsunternehmen in unserem Analyseuniversum». Zwar halte er das Produktportfolio nach wie vor für hervorragend, doch sehe er woanders mehr Aufwärtspotenzial./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)