Der MDax , der die mittelgrossen Börsenwerte enthält, verlor hingegen 0,24 Prozent auf 31.357 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx ging es um 0,4 Prozent hoch.
Neben den mit Spannung erwarteten, aber verhalten aufgenommenen Nvidia -Geschäftszahlen stand am deutschen Aktienmarkt ebenfalls die Berichtssaison mit einer Flut von Jahreszahlen im Fokus.
Ein deutliches Umsatz- und Ergebnisplus half dem Internetportal-Betreiber Scout24 ebenso wenig wie das avisierte weitere Wachstum: Die Aktien büssten 3,3 Prozent ein und notierten zeitweise so niedrig wie seit April 2024 nicht mehr. JPMorgan-Analyst Marcus Diebel verwies auf schwächer als erwartet ausgefallene Umsätze mit Privatkunden. Da die Aktien seit dem Rekordhoch im Sommer fast die Hälfte ihres Werts verloren haben, droht im März der Rauswurf aus dem Dax.
Für Munich Re ging es nach einem zuletzt guten Lauf der Aktien um 2,1 Prozent bergab. Der Rückversicherer übertraf zwar trotz der verheerenden Waldbrände in Los Angeles sein Gewinnziel, blieb aber hinter den Analystenerwartungen zurück. Allianz -Titel gaben um 0,7 Prozent nach. Ein Händler sah die Geschäftsentwicklung des Versicherers trotz eines Rekordgewinns bestenfalls im Rahmen der Erwartungen und den Ausblick darunter.
Die Aktien des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials büssten am Dax-Ende 6 Prozent ein. Hier belastete die anhaltende Debatte über das europäischen Emissionshandelssystem ETS. Zum Thema wurde ein Artikel, wonach Italien auf dessen Aussetzung drängen soll, um energieintensive Unternehmen zu entlasten. Von den Anlegern in der CO2-intensiven Chemiebranche wurde diese Entwicklung dagegen begrüsst.
Deutsche Telekom notierten nach einigen Schwankungen 1,2 Prozent im Minus. Ein Börsianer sprach von durchwachsenen Zahlen und Unternehmenszielen. Die gute heimische Geschäftsentwicklung sichere die Aktie aber nach unten ab.
Die Titel von MDax-Schlusslicht Freenet sackten um weitere 11 Prozent ab. Der Mobilfunk- und TV-Anbieter blieb mit seinen Jahreszahlen sowohl hinter der eigenen Planung als auch den Analystenerwartungen zurück. Zudem enttäuschten die Unternehmensziele.
Beim Gabelstaplerhersteller Kion sorgte ein ebenfalls schwacher Ausblick für Kursverluste von 9.7 Prozent. Im Schlepptau von Kion gaben die Anteile des Konkurrenten Jungheinrich um 6,6 Prozent nach.
Für Hensoldt ging es um 7,7 Prozent nach unten, obwohl der weltweite Rüstungsboom dem Radar-Spezialisten einen Auftragsrekord und einen deutlichen Gewinnanstieg im Tagesgeschäft beschert hatte. Jefferies-Analystin Chloe Lemarie sah derweil die Mitte der operativen Ergebniszielspanne zwei Prozent und die Dividende noch deutlicher unter dem Marktkonsens.
Dagegen konnten sich die Anleger bei Puma über ein Kursplus von 2 Prozent freuen. Die Zahlen des Sportwarenherstellers für das vergangene Quartal seien weniger schlecht ausgefallen als befürchtet, kommentierte Analyst Thomas Maul von der DZ Bank. Aixtron drehten nach anfangs hohen Verlusten ins Plus und gewannen zuletzt 7,8 Prozent. Die Analysten der DZ-Bank rechnen in der zweiten Jahreshälfte 2026 mit steigenden Bestellungen für die Anlagen des Chipindustrie-Ausrüsters.
Im Nebenwerte-Index SDax büssten die Aktien von Gerresheimer weitere 14,4 Prozent ein. Die Krise beim Verpackungsspezialisten spitzt sich weiter zu. Der Konzern muss sich weiteren Prüfungen durch die Finanzaufsicht Bafin stellen.
Indes verteuerten sich die zuletzt schwachen Titel von Adesso um 8,6 Prozent. 2025 verhalf auch ein starkes Schlussquartal dem IT-Dienstleister zu überraschend guten Ergebnissen. Für das laufende Jahr erwartet er trotz der anhaltend schwachen Konjunktur ein weiteres Wachstum. Norma -Titel gewannen dank eines Aktienrückkaufprogramms des Verbindungstechnikhersteller 7 Prozent./gl/mis
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
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