Am frühen Nachmittag behauptete der deutsche Leitindex ein Plus von 0,39 Prozent auf 25.283 Punkte. Damit bleibt das Rekordhoch von 25.507 Punkten aus dem Januar in Sichtweite. Der Index entkoppele sich immer weiter von der heimischen Konjunktur, merkte Analystin Birgit Henseler von der DZ Bank an.
Für den MDax , der die mittelgrossen Börsenunternehmen enthält, ging es um 1,08 Prozent auf 33.051 Punkte nach oben. Er schaffte es wieder auf das höchste Niveau seit mehr als vier Jahren. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,7 Prozent.
In New York hatten S&P 500 und Nasdaq 100 am Vortag Bestmarken aufgestellt, wogegen der Dow Jones Industrial nach seinem vor dem verlängerten Wochenende markierten Rekord etwas schwächelte. Aktuell zeichnen sich für die Indizes mehrheitlich Gewinne ab - und damit auch mögliche weitere Rekorde. Die asiatischen Handelsplätze zeigten erneut ein durchwachsenes Bild, wobei der technologielastige südkoreanische Kospi dank der Halbleiter-Hausse seine Rekordjagd fortsetzte. Die Ölpreise gaben nach ihrem jüngsten Anstieg wieder deutlich nach.
Auch bei deutschen Technologietiteln herrschte gute Stimmung. Im Dax schaffte der Halbleiterkonzern Infineon im Kielwasser eines Kurssprungs von US-Branchenkollege Micron ein Plus von 2,2 Prozent. Beim Chipindustrieausrüster Aixtron aus dem MDax stand ein Anstieg um 6,9 Prozent auf 56,38 Euro zu Buche. Für Aufmerksamkeit und weitere Kursfantasie sorgte die Bank of America mit einem deutlich angehobenen Kursziel von nun 72 Euro. Seit Jahresbeginn haben sich die Aktienkurse der beiden Unternehmen schon mehr als verdoppelt beziehungsweise verdreifacht.
Dagegen liess eine Platzierung von Anteilen Siltronic um 4,2 Prozent auf knapp 93 Euro sinken. Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie nutzte den guten Lauf der Aktien seiner Beteiligung, um 2,1 Millionen Anteile an dem Waferhersteller zum Stückpreis von 89,35 Euro zu verkaufen. Dies entspricht sieben Prozent des Grundkapitals von Siltronic. Seit Jahresbeginn hatte sich ihr Wert zuvor nahezu verdoppelt. Bei Wacker Chemie setzten sich mit minus 1,8 Prozent die jüngsten Gewinnmitnahmen fort. Für 2026 steht trotzdem noch ein Plus von fast 40 Prozent zu Buche.
Die Aktien von Schaeffler sprangen nach Ankündigung des Einstiegs in die Raumfahrttechnologie um bis zu 16 Prozent hoch - zuletzt behaupteten sie einen Gewinn von gut 13 Prozent. Der Auto- und Industriezulieferer will für das börsennotierte US-Unternehmen Spire Global hochkomplexe Schwungräder, sogenannte Reaction Wheels, für Satelliten bauen.
Die Verve Group konnte trotz erheblicher Belastungen durch Währungseffekte im ersten Quartal den Umsatz aus eigener Kraft steigern. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des Spezialisten für digitale Werbung und Spieleentwicklung ging indes wegen höherer Kosten zurück. Die Aktien büssten 4,2 Prozent ein.
Die Anteilsscheine von Aroundtown präsentierten sich volatil - zuletzt verloren sie 1,7 Prozent. Andreas Pläsier vom Analysehaus Warburg Research sah den Quartalsbericht des Gewerbeimmobilienspezialisten leicht unter seinen Erwartungen./gl/jha/
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
(AWP)

