Verliefen die ersten beiden Handelsstunden noch zäh, so kam anschliessend etwas Schwung ins Geschehen. Händler berichteten von vagen Spekulationen über ein Ende des Kriegs in der Ukraine. Auslöser könnte die Reise des für Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland zuständigen Kremlgesandte Kirill Dmitrijew zu Gesprächen in die USA gewesen sein. Moskau bremste allerdings umgehend: Dmitrijew führe keine Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Sein Besuch bedeute keine Wiederaufnahme der unterbrochenen Verhandlungen.
Dass Anleger gleichwohl auf die Karte Frieden setzten, wenn auch mit angezogener Handbremse, belegten deutliche Kurseinbussen von Rüstungsaktien. Im Dax waren Rheinmetall das Schlusslicht mit einem Abschlag von sechs Prozent. Im MDax waren mit Hensoldt und Renk ebenfalls zwei Rüstungstitel die grössten Verlierer mit jeweils rund fünf Prozent Abschlag.
Gesucht waren hingegen die Profiteure eines etwaigen Wiederaufbaus der Ukraine. Im Dax setzten sich Heidelberg Materials mit plus 4,3 Prozent an die Spitze. Bilfinger gewannen zwei Prozent und die Stahlhersteller Salzgitter und Thyssenkrupp fünf respektive mehr als drei Prozent.
Der MDax mit den mittelgrossen deutschen Werten legte mit 1,8 Prozent auf 30.580 Zähler noch stärker zu als der Dax. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um ein Prozent aufwärts.
Ansonsten tat sich mit Blick auf die Einzelwerte wenig. Adidas legten um zwei Prozent zu. Die US-Bank Citigroup hat eine Kaufempfehlung für die Papiere des Sportartikel-Konzerns bekräftigt.
Aktien von Ströer verteuerten sich um gut vier Prozent, nachdem sich ein Börsenbrief für die Papiere des Werbedienstleisters ausgesprochen hatte.
Ein erfreuliches Debüt im Kleinwerte-Index SDax gaben die Papiere der Shelly Group , die um gut zwei Prozent stiegen. Das Technologieunternehmen mit Sitz im bulgarischen Sofia ist für die Aktien von Gerresheimer in den SDax aufgerückt./bek/jha/
--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---
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