Die Anleger blickten ansonsten weiter gen Nahost: Zuletzt hat US-Präsident Donald Trump von Nato-Verbündeten Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der wichtigen Strasse von Hormus am Persischen Golf gefordert. Der Schiffsverkehr in der für den internationalen Transport von Öl und Flüssiggas wichtigen Meerenge ist wegen des Kriegs stark beeinträchtigt.
«Der Krieg im Nahen Osten bleibt weiterhin das dominierende Thema und straft mit jeder neuen Kriegswoche all diejenigen Lügen, die von einem kurzen und einfachen Militärschlag ausgegangen sind», schrieb Marktanalyst Andreas Lipkow vom Handelshaus CMC Markets. Die Energiepreise würden so zu einem echten Problem, das sich erst in den kommenden Monaten so richtig entfalten dürfte. Die Folgen sollten sowohl direkt über sinkende Margen bei den Unternehmen als auch über anziehende Inflationstendenzen und daraus folgende Konsumzurückhaltung spürbar werden.
Der MDax der mittelgrossen Werte notierte geringfügig im Plus bei 28.840 Zählern. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx legte um 0,1 Prozent zu.
Hierzulande ist das Übernahmeangebot der Unicredit für die Commerzbank das Gesprächsthema Nummer eins. Die italienische Grossbank will das deutsche Kreditinstitut kaufen. Sie legt den Aktionären der zweitgrössten deutschen Privatbank ein offizielles Übernahmeangebot zum Erwerb aller Aktien der Commerzbank vor.
Das Angebot ziele darauf ab, die im deutschen Übernahmerecht vorgesehene 30-Prozent-Schwelle zu überwinden und «in den kommenden Wochen einen konstruktiven Dialog mit der Commerzbank und ihren Stakeholdern zu fördern», teilte das Institut mit. Es werde erwartet, dass Unicredit eine Beteiligung an der Commerzbank von mehr als 30 Prozent erreichen werde, «ohne die Kontrolle zu erlangen». Die Aktien der Commerzbank notierten zuletzt mit einem Aufschlag von 6,5 Prozent etwas über dem anhand des Tauschangebotes errechneten Angebotspreis.
Zweitbester Wert im Leitindex waren Bayer mit einem Plus von gut drei Prozent. Sie profitierten von einer Kaufempfehlung der Bank UBS. Mit Blick auf die Lösung der Glyphosatprobleme sieht Analyst Matthew Weston inzwischen ein Chancen-Übergewicht. Zudem spreche die jüngste Kursschwäche für einen Kauf der Papiere der Leverkusener. Im Pharmabereich ist Weston optimistisch für die wichtigsten Wachstumstreiber.
Die Aktien von Henkel und Beiersdorf hingegen weiteten ihren jüngsten Kursrutsch etwas aus, nachdem sich die US-Bank Morgan Stanley negativ zu den beiden Werten geäussert hatte. Im Vergleich zur Konsumbranche überwogen weiter Korrekturrisiken, schrieb Analystin Tilly Eno.
An der MDax-Spitze kletterten die Papiere von Hensoldt um gut vier Prozent, nachdem die Experten von Kepler Cheuvreux ihre negative Einstufung zu den Papieren des Radarspezialisten aufgegeben hatten. Der Krieg in Nahost habe die Nachfrage nach Luftverteidigung angeheizt. Die Experten setzen 2027 auf eine Wachstumsbeschleunigung./la/nas
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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