Zu einer Gegenbewegung auf die jüngsten hohen Verluste reichte es am Dienstag also noch nicht. Die Bank HSBC konstatierte, dass es der grösste Drei-Tages-Verlust des Dax seit der Corona-Krise im Jahr 2020 gewesen sei. Dass sich der Dax am Vortag von seinem Tagestief merklich erholen konnte, sei immerhin «ein kleiner Hoffnungsschimmer».

Der am Vortag noch um mehr als zwölf Prozent abgestürzte japanische Leitindex Nikkei-225 schloss am Dienstag zehn Prozent im Plus. Auch in den USA zeichnet sich nach einem sehr schwachen Wochenauftakt nun Besserung ab.

Sorgen über eine Rezession in den USA hatten die Weltbörsen seit Donnerstag einknicken lassen. Die Experten von Capital Economics äusserten sich hingegen zuversichtlich. Sie halten trotz der zuletzt schwachen Daten vom Arbeitsmarkt eine sogenannte «weiche Landung» der US-Wirtschaft noch immer für das wahrscheinlichste Szenario. Im Falle weiterer Turbulenzen an den Märkten könne die US-Notenbank die Geldpolitik schneller lockern als bislang gedacht.

Der MDax der mittelgrossen Unternehmen gab am Dienstag um 0,2 Prozent auf 23.915 Punkte moderat nach. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeigte sich leicht im Minus.

Angesichts der immensen Kursverluste gerät die Saison der Quartalsbilanzen fast zur Nebensache. Im Dax gewannen die stark schwankungsanfälligen Aktien von Zalando knapp ein Prozent. Der Online-Händler profitiert nach wie vor von den Massnahmen zur Steigerung der Effizienz.

An die Spitze des MDax setzten sich die Papiere von Rational mit plus 4,3 Prozent. Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank attestierte dem Grossküchenausrüster ein solides Umsatzwachstum im zweiten Quartal. Anteile von Carl Zeiss Meditec gewannen nach der Quartalsbilanz des Medizintechnikherstellers 2,6 Prozent, allerdings nach hohen Kursverlusten seit März./bek/men

(AWP)