Der Dax reduzierte sein Minus bis zum Nachmittag etwas und notierte wieder über die viel beachtete Marke von 24.000 Punkten. Zuletzt notierte er 0,1 Prozent im Minus bei 24.005 Punkten. Damit deutet sich für den Leitindex ein Wochenverlust von rund anderthalb Prozent an.
Der MDax der mittelgrossen Unternehmen stieg am Freitagnachmittag um 0,2 Prozent auf 30.410 Zähler. Für den EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone ging es um 0,4 Prozent abwärts.
Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen um 2,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats - nach 2,0 Prozent Inflation im Juni und Juli. Dies war etwas mehr als Experten erwartet hatten. Die Kerninflation - also die Rate ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie - lag im August unverändert bei 2,7 Prozent. «Es bleibt zäh: Verbraucher müssen sich darauf einstellen, dass der Preisauftrieb auch in den kommenden Monaten leicht über 2 Prozent liegt», kommentierte Chefökonom Michael Heise von HQ Trust.
Aus Branchensicht stehen wieder einmal die Rüstungswerte in der Anlegergunst ganz oben. Passend zur Kursstärke der Branche finden an diesem Freitag die Beratungen der deutschen und der französischen Regierung über Wirtschafts- und Sicherheitsfragen in der Küstenstadt Toulon statt. Die Papiere von Rheinmetall stiegen an der Dax-Spitze um 4,9 Prozent. Die Titel von Hensoldt und Renk verteuerten sich um 4,2 beziehungsweise 3,4 Prozent.
Die Aktien von Gerresheimer reagierten mit einem Kursplus von 1,0 Prozent auf die Bekanntgabe eines neuen Finanzchefs. Im Monatsverlauf waren die Papiere des Verpackungsspezialisten auf einen Tiefststand seit dem Jahr 2014 gefallen. Die Veränderung im Management sei lange überfällig, der neue Finanzchef dürfte von den Anlegern mit offenen Armen empfangen werden, glaubt Pallav Mittal von der Bank Barclays.
Die Aktien von Schaeffler profitierten von einer optimistischen Analystenstudie und stiegen um 5,8 Prozent. Die Citigroup hatte die Papiere von «Neutral» auf «Buy» hochgestuft und das Kursziel von 5,00 auf 6,75 Euro erhöht. Der Auto- und Industriezulieferer könnte sich zu einem «Champion» im Bereich Hardware für humanoide Aktuatoren entwickeln, ein Markt, dessen Volumen bis zum Jahr 2050 auf mehr als 1 Billion US-Dollar geschätzt werde, erklärte Analyst Ross Macdonald. Humanoide Aktuatoren sind elektrische, hydraulische oder pneumatische Antriebssysteme, die Bewegungen menschenähnlicher Roboter ermöglichen.
Die Papiere von Tonies setzten ihre Erholungsrally mit plus 10 Prozent auf 7,32 Euro fort. Analyst Oliver Wojahn von MWB Research hob sein Kursziel auf 11,70 Euro an und blieb bei seiner Kaufempfehlung. Die Audio-Plattform für Kinder komme am 15. September in Europa mit ihrer bisher grössten Produktinnovation an den Markt, betonte er./edh/mis
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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