Der MDax , der Index der mittelgrossen Werte, erholte sich am Donnerstag mit plus 0,4 Prozent auf 31.652 Zähler.

Neben Verlusten aufgrund einer eingetrübten Stimmung für KI-Werte, die sich besonders in Asien bemerkbar gemacht hatte, belastete am Vortag zusätzlich die erneute Eskalation im Nahen Osten. Sie schürte einmal mehr Sorgen vor steigenden Ölpreisen und damit vor Inflationsdruck und einer Belastung der Konjunktur.

«Monatelang entwickelte sich der Iran-Konflikt in eine Richtung, die auf ein diplomatisches Endspiel hindeutete. Die Ereignisse der letzten Tage gehen allerdings in die falsche Richtung», kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank die jüngsten Entwicklungen. «Das geopolitische Risiko hat spürbar zugenommen.»

In Asien stabilisierten sich an diesem Morgen die Aktienmärkte. Dem südkoreanische Kospi , der besonders unter dem vorläufigen Ende der KI-Rally gelitten hatte und nun zurück ist auf Mai-Niveau, gelang am Ende des Handelstages der Dreh ins Plus. Hierzulande half dies auch Infineon mit plus 1,2 Prozent im Dax. Im MDax erholten sich Aixtron , Jenoptik , Elmos oder auch Suss Microtec etwas mit Gewinnen zwischen knapp 4 und 5,5 Prozent.

Auch Siltronic waren mit von der Partie. Doch ihr Kursplus von fast 13 Prozent war auch einem positiven Analystenurteil zu verdanken. So hatte die französische Investmentbank Exane BNP das Kursziel kräftig auf 108 Euro angehoben und die Aktie auf «Outperform» hochgestuft. Martin Jungfleisch sieht die KI-Nachfrage als Katalysator für den Absatz von Wafern mit Durchmessern bis 300 Millimeter und hält daher massive Preissteigerungen für möglich.

Nordex machten mit plus 4,4 Prozent einen kleinen Teil der Verluste der vergangenen Handelstage wett. Der Windkraftanlagenbauer meldete für das zweite Quartal deutlich mehr Bestellungen als im Vorjahr und auch als im ersten Quartal. Analysten sehen das Unternehmen damit auf gutem Weg zu seinen Jahreszielen.

Deutz profitierten mit plus 2,9 Prozent von einem angekündigten Zukauf. Der Motorenhersteller beschleunigt seinen Wandel in Richtung Rüstung und will die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) für rund 1,6 Milliarden Euro kaufen. FFG zählt zu den europäischen Anbietern für militärische Land- und Spezialfahrzeuge und ist Partnerin von Bundeswehr und Streitkräften der Nytao sowie der Ukraine.

Der Pharmazulieferer Schott aus dem SDax hob nach einem starken Quartal seine Jahresprognosen an. Die kanadische Bank RBC reagierte prompt mit einer Hochstufung auf «Outperform». Die Aktie gewann zuletzt noch gut 14 Prozent auf 20,15 Euro./ck/mis

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)