Auch der MDax der mittelgrossen Börsenwerte ging auf Erholungskurs und zog zuletzt um 0,7 Prozent auf 31.389 Punkte an. Im Segment der kleineren Börsenwerte hatte der SDax seine Verluste zwischenzeitlich wettgemacht und stand zuletzt noch 0,2 Prozent tiefer. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,4 Prozent zu.
Wesentlicher Auslöser des jüngsten Einbruchs bei den Preisen von Gold und Silber war die Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell durch US-Präsident Donald Trump. Das hatte an den Märkten Zweifel geschürt, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird.
Nicht wenige Spekulanten, die mit Kredit auf weiter anziehende Preise der Edelmetalle gesetzt hatten, wurden davon wohl auf dem falschen Fuss erwischt. Diese müssen dann Positionen glattstellen, was die Preise weiter belastet - eine Abwärtsspirale entsteht, bis die Lage bereinigt ist. Eine solche Entwicklung kann sich dann vorübergehend auch auf andere Märkte, etwa die für Aktien, auswirken.
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, schrieb dazu: «Die auch durch Erhöhungen von Sicherheitsanforderungen der Terminbörsen ausgelösten Kursverluste der Edelmetalle - bei Silber die höchsten jemals an einem einzelnen Tag gemessenen - lösen automatische technische Verkäufe in anderen Vermögenswerten aus, obwohl diese mit der starken Kurskorrektur dort nichts zu tun haben.» Zuletzt seien zu viele Anleger in Edelmetalle investiert gewesen und von der scharfen Korrektur am Freitag unvorbereitet getroffen worden. Nun müssten sie andere Depotpositionen verkaufen, um die Verluste bei den Metallen zu decken.
Vor diesem Hintergrund machten Anleger jetzt bei Rüstungswerten weiter Kasse. Das verwundert nicht, da diese auch im neuen Jahr bislang überdurchschnittlich stark zugelegt hatten. Für den Sektor sprechen weiterhin die Anforderungen der Nato angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sowie die geopolitischen Krisenherde, nachdem Irans oberster Führer im Falle eines US-Angriffs vor einer regionalen Eskalation gewarnt hatte. So fielen Rheinmetall um ein Prozent. Im MDax büssten Hensoldt 2,4 Prozent und TKMS 2,2 Prozent ein.
Zinssensible Halbleiterwerte hinkten ebenfalls dem Markt hinterher, zumal an der südkoreanischen Börse in Seoul überaus gut gelaufene Papiere aus der Branche eingeknickt waren. Im SDax traf es Siltronic mit minus 4,1 Prozent besonders heftig.
Positive Impulse kamen von Analystenseite. So hatten im MDax die Anteilsscheine des Essenslieferdienstes Delivery Hero mit plus 3,9 Prozent die Nase vorn, nachdem sich Analyst Andrew Ross von der Barclays Bank zuversichtlich zum regulatorischen Umfeld der Tochter Talabat in Qatar und Kuwait geäussert hatte.
Die Papiere von Nemetschek zogen um gut drei Prozent an. Die US-Investmentbank Bank of America hatte die Papiere gleich doppelt hochgestuft und empfiehlt sie nun zum Kauf. Analyst Victor Cheng sieht aktuell eine attraktive Einstiegsmöglichkeit wegen Chancen im Bereich der Künstlichen Intelligenz./la/jha/
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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