Der MDax mit den mittelgrossen Börsenunternehmen notierte knapp im Plus bei 32.820 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,1 Prozent nach.
Die KI-Rally an den Börsen wird derweil zunehmend ausgebremst. Das KI-Unternehmen Anthropic fordert eine weltweite Pause bei der KI-Entwicklung und warnt vor den Risiken der Selbstoptimierung. KI-Modelle könnten bald in der Lage sein, sich ohne menschliches Eingreifen selbst zu verbessern. Auch der Börsengang von SpaceX wirft seine Schatten voraus und dürfte laut Marktanalyst Timo Emden von Emden Research zum ersten grossen Stresstest für die KI-Rally werden. «Die Platzierung könnte zum Gradmesser werden, wie viel Risikokapital nach Jahren der KI- und Technologierally noch mobilisiert werden kann.»
Auch auf dem deutschen Parkett gaben vor diesem Hintergrund im unter Druck stehenden Techsektor Chipwerte nochmals nach. Infineon im Dax weiteten ihren Vortagesverlust um 6,6 Prozent aus. Aixtron im MDax verloren 4,6 Prozent. Auch im Nebenwerteindex SDax lagen Halbleiterwerte mit hohen Abschlägen hinten.
Am Nachmittag steht in den USA der Arbeitsmarktbericht für Mai an. Ein starker Bericht werde noch keine Zinsanhebung auslösen, schrieb Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. «Allerdings könnte er der sprichwörtliche Tropfen sein, der das Fass in Sachen Zinsangst zum Überlaufen bringt. Ein robuster Arbeitsmarkt wäre in der Lage, die ohnehin bereits kräftig gestiegenen Renditen am amerikanischen Anleihemarkt weiter nach oben zu treiben und damit das Zinsgespenst an die Börsen zurückkehren zu lassen.»
Kursgewinne von 4,5 Prozent für die Titel des Portalbetreibers Scout24 an der Dax-Spitze stützten die positive Tendenz der letzten Wochen.
Wacker Chemie setzte eine Verkaufsempfehlung der Citigroup zu, die Papiere sanken um gut 5 Prozent. Der Markt überschätze wohl die Chancen im Halbleitergeschäft, hiess es./ajx/stk
(AWP)

