Am Wochenende waren die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs wieder ins Stocken geraten. US-Präsident Donald Trump hatte eine angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan am Samstag kurzfristig abgesagt - zum zweiten Mal in einer Woche.

Der Dax notierte am Montagnachmittag 0,6 Prozent im Plus bei 24.279 Punkten, nachdem er in der Vorwoche mehr als zwei Prozent eingebüsst hatte. Für den MDax mit den mittelgrossen Werten ging es um 0,9 Prozent auf 30.507 Zähler nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,4 Prozent.

«Die Anleger setzen auf ein Ende des Iran-Kriegs, auf starke Quartalszahlen, die auf die Resilienz der Unternehmen trotz hoher Energiepreise hindeuten, und auf Notenbanken, die den Inflationsschub als vorübergehend ansehen und nicht an der Zinsschraube drehen», kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.

Gestützt wurde der Dax vor allem von einem deutlichen Anstieg der Siemens-Papiere . Sie kletterten auf den höchsten Stand seit Mitte Februar und legten zuletzt um 3,9 Prozent zu. Dass sich die Titel des Technologiekonzerns seit Jahresbeginn schwächer als jene der Konkurrenz entwickelt haben, hält Analyst Alasdair Leslie von Bernstein Research für ungerechtfertigt. Er sieht Siemens in den kommenden Monaten vor einer Neubewertung und Spielraum für weitere Aktienrückkäufe.

Zu den Top-Werten im Dax gehörten auch die Aktien der Commerzbank . Nach einer viertägigen Verlustserie verhalf ihnen eine Kaufempfehlung der Bank of America (BofA) zu einem Kursgewinn von 2,1 Prozent auf 34,64 Euro. Die Analysten um Tarik El Mejjad begründeten ihre Hochstufung von «Neutral» auf «Buy» mit der Attraktivität des Papiers, auch unabhängig von einer möglichen Übernahme durch die Unicredit . Dabei verwiesen sie auf das überdurchschnittliche Gewinnwachstum je Aktie.

Gut aufgenommene Quartalszahlen des Windturbinen-Herstellers Nordex trieben die Aktien auf das höchste Niveau seit dem Jahr 2002. Zuletzt belief sich das Kursplus auf 8,6 Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf bauten sie damit ihren Kursgewinn auf 69 Prozent aus. Analysten reagierten mit viel Lob für die Geschäftsentwicklung. Die Profitabilität habe die Erwartungen klar übertroffen, der Auftragsbestand liege auf Rekordniveau, kommentierte Richard Dawson von der Berenberg Bank.

Die Anteilsscheine von Eon verteuerten sich um 0,8 Prozent nach einem Medienbericht, wonach sich der Energiekonzern in fortgeschrittenen Gesprächen über den Kauf des britischen Versorgers Ovo Energy befindet. Zwar stünden die Unternehmen kurz vor einer Vereinbarung, ein Scheitern sei aber noch möglich, berichtete der Nachrichtensender Sky am Samstag unter Berufung auf Industriekreise./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

(AWP)