Anleger wagten sich vor dem Wochenende nicht gross aus der Deckung angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran und der unklaren Folgen für die Weltwirtschaft. Die Verhandlungen um Irans umstrittenes Atomprogramm gehen weiter. In dem Konflikt hat US-Präsident Donald Trump für einen Deal eine Frist von bis zu 15 Tagen genannt. Das sei «so ziemlich das Maximum», sagte er an Bord der Air Force One.
In der zweiten deutschen Börsenreihe legte der MDax zuletzt 0,44 Prozent auf 31.618 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 konnte ausserdem um 0,30 Prozent auf 6.078 Zähler steigen. Er blieb damit auf Tuchfühlung zu einem erneuten Rekord, der bei 6.107 Punkten liegt.
Am Freitag lieferten erste Konjunkturdaten auch keine richtigen Impulse. Nachdem Erzeugerpreise aus Deutschland am Morgen mit einem überraschend starken Rückgang aufgefallen waren, verliehen Einkaufsmanagerindizes dem Markt keinen Schub. Laut der Landesbank Helaba liegt der Fokus dann später noch auf der ersten Schätzung des US-BIP-Wachstums im vierten Quartal.
Unternehmensseitig blieben einmal mehr Rüstungswerte im Fokus wegen der Lage im Iran und dem Krieg in der Ukraine, für den weiterhin kein Ende in Sicht ist. Rheinmetall konnten mit einem Anstieg um 0,8 Prozent an ihre zuletzt zweitägige Erholung anknüpfen. Rheinmetall erhielt zudem Aufträge für den Geschützturm des Bundeswehr-Spähfahrzeugs Luchs 2.
Im Dax wurde ansonsten der Infineon -Kurs um die anstehden Auszahlung der Dividende bereinigt.
Im MDax profitierten die Titel von Thyssenkrupp mit mehr als drei Prozent Plus von einer Kaufempfehlung des Investmenthauses Jefferies. Analyst Tommaso Castello begründete diese mit dem Kursrückgang der Aktien seit Anfang Februar. Der Experte hob allerdings auch seine diesjährige, operative Ergebnisprognose an. Dank des Rückenwinds seitens der Politik und der Restrukturierung sieht er Ergebnispotenzial im EU-Stahlgeschäft.
Gefragt waren auch die Aktien von Knorr-Bremse , die mit einem Plus von 2,3 Prozent an ihren starken Vortag anknüpften. Die jüngste Vorlage von Geschäftszahlen und -ausblick lieferte damit weiter Rückenwind.
Der Favorit im SDax waren die Titel der Jost Werke , die sich mit einem Anstieg um 2,8 Prozent auf 66,40 Euro ihrem Rekordhoch näherten. Nach den Resultaten, die der Nutzfahrzeugzulieferer am Vortag präsentiert hatte, gab es ermutigende Stimmen von Analysten, die ihre Kursziele erhöhten. Am meisten Potenzial sieht dabei die Berenberg Bank mit ihrem Ziel von jetzt 84 Euro./tih/mis
(AWP)

