Dass der Dax zuletzt vier Tage in Folge über 25.000 Punkten geschlossen hat, wertete Thomas Altmann von QC Partners zwar als einen «Etappensieg der Bullen im Kampf um diese wichtige Marke». Solange der Index allerdings weiter um diese Marke pendele, scheine die zukünftige Richtung offen.
Die freundlichen asiatischen Märkte, an denen laut Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets die Freude über die besser als erwarteten US-Verbraucherpreise vom Dienstag nachwirkte, konnten dem Dax keinen Rückenwind geben - zumal die gegenseitigen Angriffe der USA und des Iran im Nahen Osten weitergehen. Allerdings preisten die Aktienkurse keine umfassende Eskalation des Konflikts ein, so Altmann.
Vor dem Beginn der Quartalsberichtssaison der Unternehmen wagten sich die Anleger hierzulande schon zuletzt kaum aus der Deckung. Für ein erstes Highlight sorgte nun das niederländische Börsen-Schwergewicht ASML <NL0010273215. Der Hersteller von Produktionsanlagen für die Halbleiterfertigung veröffentlichte starke Quartalszahlen und schraubte das Umsatzziel für das laufende Jahr noch weiter nach oben, was den Aktien kräftige Kursgewinne bescherte.
Der deutschen Halbleiterbranche half das aber nur teilweise. Aus den Reihen der Ausrüster und Zulieferer büssten Siltronic 3,8 Prozent ein und von den Chipherstellern Infineon 2 Prozent. Dagegen verteuerten sich Jenoptik und LPKF um 2,9 beziehungsweise 2,4 Prozent.
Die Aktionäre von Schaeffler mussten trotz guter Nachrichten einen Kursrückgang um 0,8 Prozent verkraften. Der Auto- und Industriezulieferer schnitt vorläufigen Zahlen zufolge auch im zweiten Quartal etwas profitabler ab als ein Jahr zuvor.
Die Titel von Redcare Pharmacy verteuerten sich im Kielwasser positiv aufgenommener DocMorris -Zahlen um 1,8 Prozent. Die Online-Apotheke übertraf mit ihrem Umsatz im vergangenen Quartal vor allem dank des starken Geschäfts im Hauptmarkt Deutschland die Erwartungen.
Dagegen sackten die Aktien von Nagarro um 2,5 Prozent ab. Nachdem die Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin Fehler im Abschlussbericht 2022 festgestellt hatte, legte der IT-Dienstleister Widerspruch ein. Er sieht keine im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes wesentlichen Fehler. Ein Antrag auf aufschiebende Wirkung des Widerspruchs scheiterte aber vor dem Oberlandesgericht Frankfurt. Nun sei damit zu rechnen, dass die Bafin die Fehlerfeststellungen auch während des noch laufenden Widerspruchsverfahrens unverzüglich veröffentlichen werde, hiess es vom Unternehmen./gl/stk
(AWP)

