Zum einen wachse weltweit der politische Druck auf US-Präsident Trump, die Strasse von Hormus wieder passierbar zu machen. Zum anderen verlagerten Saudi-Arabien und der Irak ihre Exporte und nutzten Pipelines, um Öl zu sicheren Häfen zu bringen. «Das ist eine grosse Sache für den Ölmarkt.» Auch wenn dadurch laut Stanzl nicht die gesamte Ölproduktion dieser Länder exportiert werden kann, «verliert die iranische Blockade der Meerenge von Hormus dadurch ein Stück weit an Bedeutung».

Der Leitindex Dax legte im frühen Handel zuletzt um 0,5 Prozent auf 23.839 Punkte zu. Aktuell pendelt das Börsenbarometer um die exponentielle 200-Tage-Linie bei etwas unter 23.870 Punkten, die charttechnisch gesehen ein wichtiger Gradmesser für den längerfristigen Trend ist.

Der MDax , der mittelgrosse Werte beinhaltet, rückte um 1,0 Prozent auf 29.777 Zähler vor und auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx stieg in ähnlicher Grössenordnung.

Abgesehen vom Iran-Krieg samt der Ölpreis-Entwicklung rückt an diesem Abend die US-Notenbank Fed in den Blick. Die Leitzinsentscheidung in den USA steht auf dem Programm. Im aktuell stark verunsicherten Umfeld wird die Fed zwar kaum an den Stellschrauben drehen, doch marktbewegend könnten ihre Aussagen sein.

Zuletzt waren grundsätzliche Zinssenkungshoffnungen am Markt ausgepreist worden. Zudem waren angesichts des befürchteten Inflationsanstiegs, der durch den hohen Ölpreis zu erwarten ist, sogar erste Unsicherheiten über mögliche Zinsanhebungen aufgekommen. Daher sind nach den Worten der Helaba-Experten «die Stabsprognosen zu Wachstum und Inflation» wesentlich.

Unternehmensseitig bleibt der Blick - wie bereits am Vortag - vor allem auf Aktien aus der zweiten und dritten Reihe. Im MDax erholte sich die Aumovio-Aktie mit plus 2,3 Prozent, obwohl die Zahlen und Jahresprognose des Autozulieferers den Erwartungen entsprochen hatten. Analysten lobten jedoch unisono den starken freien Barmittelzufluss.

Für TAG Immobilien ging es um 3,0 Prozent nach oben. Der Immobilienkonzern profitierte im vergangenen Jahr weiter von einer hohen Nachfrage nach Wohnraum. Ausserdem übertraf er seine im November höher gesteckten Gewinnziele.

Im SDax sackten unterdessen die Papiere des Kochboxenversenders Hellofresh mit minus 8,0 Prozent auf ein Rekordtief. Im laufenden Jahr rechnet das Management mit einem Umsatzrückgang, der zudem höher ausfällt, als Analysten bisher erwartet hatten. «Schwer, etwas Positives zu finden, obwohl die Papiere schon kräftig haben Federn lassen müssen», kommentierte ein Händler Zahlen und Ausblick.

Ausserhalb der Dax-Familie, die aus Dax, MDax, SDax und TecDax besteht, brachen die Papiere der Thyssenkrupp -Tochter Nucera nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung um 8,7 Prozent ein. Ein Händler sprach von «offenen Fragen zur Zukunft des Geschäfts mit grünem Wasserstoff und den offensichtlich grossen strukturellen Problemen in diesem Bereich».

Im Dax bewegte vor allem eine Umstufung. Die US-Bank Morgan Stanley hob Heidelberg Materials um gleich zwei Stufen von «Underweight» auf «Overweight». Die Aktie des Baustoffherstellers sprang daraufhin mit plus 3,4 Prozent an die Index-Spitze./ck/nas

(AWP)