Der MDax , der die mittelgrossen deutschen Börsenunternehmen enthält, sank am Montagvormittag um 0,36 Prozent auf 31.805 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um knapp 0,3 Prozent nach unten.

Das US-Militär attackierte in der Nacht auf Montag den Iran erneut für mehrere Stunden, nachdem es das Land bereits am Wochenende angegriffen hatten. Flugabwehrsysteme, Radaranlagen, Raketenstellungen und Drohnenstandorte sowie kleinere Boote seien zerstört worden, um dem Iran weitere Attacken auf den internationalen Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus zu erschweren, hiess es. Es war bereits die vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder aufflammten. Zuletzt erklärte das US-Militär seine Attacken für beendet.

«Die Ölpreise steigen und die Aktienkurse fallen, nachdem die Anleger einmal mehr über die Verwerfungslinie der Strasse von Hormus gestolpert sind», kommentierte Marktbeobachter Stephen Innes. «Der Iran sagt, sie ist geschlossen. Die USA sagen, der Schiffsverkehr fliesst. Beide Aussagen sind technisch vertretbar. Ein labiles Gleichgewicht, das für Unbehagen sorgt.»

Am deutschen Aktienmarkt gerieten mit der asiatischen Tech-Schwäche vor allem Halbleitertitel unter Druck: Im Dax büssten Infineon 2,4 Prozent ein und im MDax Elmos und Aixtron 1,8 beziehungsweise 1,5 Prozent. Die Aktien des Baukonzerns Hochtief verloren 1,9 Prozent. Sie gelten ebenfalls als Profiteur des Mega-Themas Künstliche Intelligenz (KI). Damit gehen die Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien erst einmal weiter.

Unter Druck standen auch Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche : Der Reisekonzern Tui und die Lufthansa belegten mit Kursabschlägen von 1,8 und 2,4 Prozent hintere Plätze.

Dagegen stemmte sich Fraport mit plus 0,9 Prozent gegen den Sektortrend. Der Flughafenbetreiber legte zwar schwache Verkehrsdaten für den Juni vor und senkte seine Jahresprognose für das Passagieraufkommen. Die US-Bank JPMorgan betonte indes die Bestätigung der übrigen Ziele. Zudem stufte die französische Bank Exane BNP Paribas die Aktien hoch.

Die Anteile des Kochboxenversenders Hellofresh sackten als Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDax auf ein Rekordtief ab - zuletzt verloren sie noch 0,5 Prozent. Analyst Sven Sauer von Kepler Cheuvreux senkte sein Kursziel und stufte die Papiere auf «Reduce» ab. Er begründete dies mit erneut gesenkten Prognosen bis 2028, aber vor allem mit seinem nun geringeren Vertrauen in das Timing der Umsatz-Trendwende./gl/mis

(AWP)