Am Donnerstag stieg der Dax in der ersten Dreiviertelstunde des Handels um bis zu 1,4 Prozent auf 24.896 Punkte. Tags zuvor war er zeitweise noch bis auf fast 24.349 Punkte gesunken und hatte seit dem Rekord der Vorwoche bei 25.507 Punkten dabei 4,5 Prozent abgegeben.
Der MDax der mittelgrossen Börsenwerte kletterte am Donnerstag gar um 2,2 Prozent auf 31.617 Punkte und auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte über ein Prozent zu. Er hatte nach einem Rekord in der Vorwoche zuletzt ebenfalls deutlich korrigiert.
Trump hat mit Rutte einen Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion gesteckt - daher sollen doch keine Zölle kommen. Nur wenige Stunden zuvor hatte das EU-Parlament im Gegenzug zu Trumps Drohung noch die Ratifizierung des Handelsdeals mit den USA gestoppt.
«Noch sind nicht viele Details zum geplanten Abkommen zwischen den USA und der NATO bekannt», schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. «Viel wichtiger ist für die Börsianer ohnehin die Info, dass die angedrohten Zusatzzölle am 1. Februar nicht in Kraft treten werden. Ob das Grönland-Thema damit dauerhaft zur Zufriedenheit aller gelöst werden kann, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt offen. Fürs Erste feiern die Börsen aber die neue Faktenlage.»
Insbesondere Autowerte wie VW , BMW und Mercedes reagierten mit deutlichen Gewinnen. Der europäische Auto-Branchenindex war am Montag auf das tiefste Niveau seit Oktober abgerutscht. VW überzeugte zudem bei der Kassenlage im Konzernbereich Automobile. Die Aktien gewannen an der Dax-Spitze bis zu 6 Prozent.
Bei der Deutschen Börse reagierten Anleger positiv auf das milliardenschwere Angebot für die Fondsplattform Allfunds . Die Aktien der Eschborner gewannen bis zu 4,5 Prozent.
Aus den Rüstungswerten zogen sich einige Anleger im Zuge der leichten geopolitischen Entspannung zurück. Rheinmetall , Hensoldt und Renk gehörten zu den schwächsten Werten in Dax und MDax.
Derweil schossen Ionos im Nebenwerteindex SDax um gut 7 Prozent hoch auf das Niveau von Mitte November. Der Umbruch des Internets, unter anderem durch agentische KI, sei eine Chance für den Webhoster, schrieb Stephane Beyazian von der Investmentbank Oddo BHF in seiner Empfehlung./ag/jha/
(AWP)

