Die 16 000 Punkte bleiben die Marke, um die sich der Leitindex bewegen dürfte, denn die Marktteilnehmer benötigen Klarheit über den weiteren Zinspfad der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank EZB. Und da ausserdem das technische Bild des deutschen Börsenbarometers laut der Experten der Helaba "uneinheitlich" ist, empfehlen sie abzuwarten. "Die Wahrscheinlichkeit zunehmender Schwankungen ist diese Woche extrem hoch", warnte auch Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners.

Im frühen Handel stieg der Dax um 0,61 Prozent auf 16 046,90 Punkte. Der MDax der mittelgrossen Unternehmen gewann 0,38 Prozent auf 27 256,88 Zähler. Für den EuroStoxx 50 ging es um 0,43 Prozent auf 4308,36 Punkte nach oben.

In den USA hatte sich das bekannteste Börsenbarometer Dow Jones Industrial am Freitag nach dem europäischen Börsenschluss etwas vom Tagestief erholt und moderat im Plus geschlossen. In Asien starteten die Aktienmärkte an diesem Morgen ebenfalls mit Gewinnen in die neue Woche.

Gespannt warten die Marktteilnehmer nun erst einmal auf die US-Inflationszahlen am Dienstag, denn sie sind für die tags darauf folgende Leitzinsentscheidung der Fed von grosser Bedeutung. Laut der Credit Suisse liegt die am Markt angenommene Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im Juni bei weniger als 30 Prozent. Auch von der Bank of Japan am Freitag wird ein Stillhalten erwartet, während die EZB am Donnerstag ihren Leitzins wohl erneut anheben dürfte.

Unternehmensseitig standen im Dax an diesem Morgen vor allem die Aktien von Adidas , Rheinmetall und VW im Blick. Vom Analysehaus Bernstein auf "Outperform" hochgestuft, gewannen die Anteilsscheine des Sportartikelherstellers an der Spitze des Leitindex 3,5 Prozent.

Rheinmetall folgten mit plus 2,4 Prozent. Vorstandschef Armin Papperger nannte mittelfristig eine Bewertung von 17 Milliarden Euro für den Rüstungskonzern und Autozulieferer realistisch, wie er dem Redaktionsnetzwerk Deutland ("RND") in einem Interview am Samstag sagte. Aktuell wird Rheinmetall an der Börse mit gut 10,5 Milliarden Euro bewertet.

Volkswagen plant laut dem "Handelsblatt" dagegen den grössten Umbau seit Jahrzehnten. Die Wirtschaftszeitung beruft sich in ihrem Bericht dabei auf einen namentlich nicht genannten Topmanager. Vorstandschef Oliver Blume werde den Plan am Dienstag dem Aufsichtsrat vorlegen, hiess es. "Die Hoffnung auf eine grosse Umstrukturierung sollte sich positiv auswirken", hatte ein Händler bereits vor dem Börsenstart vermutet und recht behalten. Die Aktien des Wolfsburger Autobauers gewannen 1,5 Prozent und waren der drittstärkste Wert im Dax.

Für die Papiere von CTS Eventim ging es zugleich um 1,9 Prozent abwärts, womit sie zu den schwächsten MDax-Werten gehörte. Im Jahresverlauf steht aber immer noch ein Plus von 17 Prozent zu Buche. Am Freitagabend hatte TV-Satiriker Jan Böhmermann in seiner Sendung "ZDF Magazin Royale" den Event-Vermarkter und Ticket-Händler in die Mangel genommen.

ProSiebenSat.1 dagegen stiegen als einer der MDax-Favoriten um 3,5 Prozent. Die Investmentbank Oddo BHF stufte die Aktie des Medienunternehmens auf "Outperform" hoch. Analyst Jerome Bodin erwartet im zweiten Halbjahr eine Erholung der Werbe-Einnahmen und hält mögliche Kostensenkungen in den Marktschätzungen für noch nicht eingearbeitet. Zudem sieht er erhebliches Wertpotenzial, falls es zu einer Fusion mit Sky Deutschland kommt.

Die Privatbank Berenberg nahm im SDax das Papier der Compugroup unter die Lupe und stufte es auf "Hold" ab. Die Aktien des auf Arztpraxen und Krankenhäuser spezialisierten Softwareanbieters hätten mit ihrer starken Kursentwicklung sowohl den TecDax als auch den nächsten Konkurrenten Nexus weit abgehängt, schrieb Analyst Wolfgang Specht. Er setzt weiter auf die Margenerholung, sieht aber zunächst kaum noch weiteres Aufwärtspotenzial./ck/mis