Der MDax gewann am Freitag 1,8 Prozent auf 32.007 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es ebenfalls um 1,8 Prozent aufwärts.
Auch wenn die Nachricht von einem bevorstehenden Friedensabkommen zwischen den USA und Iran in den vergangenen Wochen überstrapaziert worden sei, nähmen die Anleger eine potenzielle Einigung vorweg und griffen am Aktienmarkt zu, bemerkte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets.
Trump hatte seine für Donnerstagabend angekündigten Angriffe auf den Iran abgesagt und einmal mehr ein baldiges Rahmenabkommen in Aussicht gestellt. «Wir haben gerade eine grossartige Einigung im Krieg mit dem Iran erzielt», behauptete Trump im Weissen Haus. Die Dokumente sollten in Kürze fertiggestellt und vielleicht schon an diesem Wochenende in Europa unterzeichnet werden. Auch die Islamische Republik sprach von einem möglichen bevorstehenden Verhandlungsabschluss. Ein entsprechender Text sei überwiegend finalisiert, sagte der iranische Aussenamtssprecher Ismail Baghai nach Angaben der staatlichen Agentur Irna.
Im Tagesverlauf rückt mit SpaceX der grösste Börsengang aller Zeiten in den Fokus, auf den bald noch die KI-Plattformen Anthropic und OpenAI folgen sollen. Mit einer Bewertung von knapp 1,8 Billionen Dollar ist Elon Musks Weltraumfirma aus dem Stand mehr wert als etwa der Facebook-Konzern Meta , obwohl die reinen Geschäftszahlen in krassem Kontrast dazu stehen. Laut Eckhard Schulte von MainSky Asset Management ist der Erfolg der Börsengänge wichtig, um die Vitalität der KI-Investmentstory zu bestätigen.
In der Hoffnung auf Kriegsende im Iran legte vor allem der Reisesektor zu. Dies galt vor allem für den Reiseveranstalter Tui , die Fluggesellschaft Lufthansa und den Flughafenbetreiber Fraport , der obendrein gute Verkehrszahlen für Mai vorgelegt hatte. Deren Aktien verbuchten Kursgewinne zwischen 5,9 und 7,6 Prozent. Die Anteilsscheine des Flugzeugbauers Airbus und des Triebwerkzulieferers MTU gewannen bis zu 4,0 Prozent an Wert.
Die Aktien von Friedrich Vorwerk blieben mit plus 5,5 Prozent auf Erholungskurs. Unterstützung brachte eine Mitteilung über einen bedeutenden internationalen Auftrag. Demnach wird eine Tochtergesellschaft des Pipeline- und Anlagenbauers am Bau einer zweiten Linie einer Gasfernleitung in der Republik Kasachstan beteiligt.
Die Aktien von Flatexdegiro verteuerten sich um 6,7 Prozent. Die britische Investmentbank Barclays nahm die Bewertung des Online-Brokers bei einem Kursziel von 41 Euro mit «Overweight» auf. Flatex biete unter den europäischen Handelsplattformen das stärkste Ergebniswachstum, schrieb Grace Dargan./edh/jha/
(AWP)

