Der Dax zeigte sich gebremst, nachdem er am Vortag einen weiteren Schritt hin zur Marke von 25.000 Punkten gemacht hatte. Gegen Ende der ersten Handelsstunde gab er um 0,1 Prozent auf 24.711 Punkte nach. Der MDax mit den mittelgrossen deutschen Werten bewegte sich mit 31.847 Punkten fast auf Vortagsniveau. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx lag moderat im Minus.

Die verhaltene Kursentwicklung spiegelt auch schwache Wirtschaftssignale wider, die mit den Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich und Deutschland kamen. Das Stimmungsbarometer aus der deutschen Industrie ist im Mai unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gefallen. «Sorgen vor den Belastungen wegen des Nahost-Krieges sind präsent», kommentierte dies Ralf Umlauf von der Helaba.

Nvidia konnte zwar Analysten überzeugen, denn nach Einschätzung des Jefferies-Analysten Blayne Curtis hat der Chipriese in jeglicher Hinsicht abgeliefert. Die Erwartungen am Markt waren aber offenbar noch etwas höher angesiedelt, nachdem die Aktien seit Ende März um gut ein Drittel gestiegen waren. Sie gaben im ausserbörslichen Handel etwas nach.

Beim deutschen Chipkonzern Infineon wurde die jüngste Rally aber noch nicht hinterfragt. Auf dem höchsten Niveau seit dem Jahr 2000 stehend, wurden nochmals 1,3 Prozent höhere Kurse für den Halbleiterhersteller gezahlt. Auch die Resultate von Analog Devices, der für Infineon eher als Konkurrent gilt als Nvidia, bremsten den guten Lauf nicht.

Die Aktien von RWE büssten dagegen ein Prozent an Wert ein. Analyst Harry Wyburd von der Investmentbank Exane BNP stufte am Donnerstag sein Votum für den Energiekonzern auf «Neutral» ab in Erwartung einer Verschnaufpause. Mit dem Ende April erreichten Hoch seit 2010 hatten sich die Titel seit Ende 2024 mehr als verdoppelt.

Bei dem Chemiekonzern Evonik gab es einen Abschlag von einem halben Prozent. Hier konterte Barclays eine Jefferies-Hochstufung vom Vortag. Durch die Erholung seit März sei die Bewertung nun fair, argumentierte der Analyst Anil Shenoy. Wie auch andere Chemiewerte hatte Evonik zuletzt als Profiteur der Verwerfungen im Zuge des Nahost-Kriegs gegolten. Dies sei nun eingepreist.

Ansonsten müssen am Donnerstag die Kurse vieler Unternehmen um die Auszahlung der Dividende bereinigt werden. Ex Dividende wurden zum Beispiel die Aktien des Chemikalienhändlers Brenntag , der Commerzbank und des Infrastruktur-Dienstleisters Bilfinger gehandelt./tih/stk

(AWP)