Der MDax der mittelgrossen Börsenwerte gab am Mittwochvormittag um 0,2 Prozent auf 31.678 Zähler nach. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es ebenfalls um rund 0,2 Prozent abwärts.

Die US-Notenbank wird am Abend den Leitzins aus Sicht von Experten nicht weiter senken. Im Dezember hatte sie den Zins noch um 0,25 Prozentpunkte reduziert, im vergangenen Jahr um insgesamt 0,75 Punkte. Begründet wurden die Senkungen auch mit einem sich abschwächenden Arbeitsmarkt.

Im Blick der Finanzmärkte steht aber vor allem der Kampf um die Unabhängigkeit der Fed im Zuge des anstehenden Führungswechsels. US-Präsident Donald Trump übt seit Monaten starken Druck auf Fed-Chef Jerome Powell aus. Zuletzt eskalierte der Konflikt mit der Einleitung rechtlicher Massnahmen gegen Powell, dessen Amtszeit im Mai ausläuft. Die heftigen Attacken Trumps und seine geforderten Leitzinssenkungen sorgten für Verunsicherung an den Finanzmärkten. «Der Fed kommt die schon länger absehbare Pause bei den Zinssenkungen daher wohl gelegen, da sie mit ihr ihre Unabhängigkeit demonstrieren kann», kommentierte Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner.

Aus Branchensicht stehen die deutschen Hightech-Aktien nach einem überraschend positiven Quartalsbericht und einem optimistischen Ausblick des Halbleiterindustrie-Ausrüsters ASML ganz oben in der Anlegergunst. Der niederländische Konzern profitiert weiterhin stark vom KI-Boom.

Das trieb die Papiere von Jenoptik um 11 Prozent auf den höchsten Stand seit Oktober. Für den Hersteller von optischen Systemen, Lasern und Messtechnik ist ASML Analysten zufolge der wichtigste Kunde. Die Halbleiterwerte wie Infineon , Elmos , PVA Tepla und Suss Microtec verbuchten Kursaufschläge zwischen 1,6 und 5,5 Prozent.

Die Aktien von Wacker Chemie drehten nach einem schwachen Handelstart schnell ins Plus und stiegen als bester Wert im MDax zuletzt um 3,6 Prozent. Das Spezialchemie-Unternehmen habe beim operativen Gewinn im vierten Quartal selbst die zuletzt deutlich gesunkenen Markterwartungen noch klar verfehlt, kommentierte JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi. Gleichwohl habe der Lagerbestandsabbau in Kombination mit niedrigeren Investitionen zu einem starken Cashflow geführt./edh/

(AWP)