Der MDax der mittelgrossen Unternehmen gab am Mittwoch um 0,30 Prozent auf 32.297 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,4 Prozent.
Erstmals seit dem vorläufigen Stopp der US-Angriffe auf Ziele im Iran haben Teherans Streitkräfte nach Darstellung des US-Militärs mehrere ballistische Raketen auf US-Truppen im Nahen Osten abgefeuert. Alle Geschosse seien abgefangen worden, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit, ohne Angabe des Ziels der Angriffe. Die Preise für Öl und Gas legten am Mittwoch wieder zu.
In den Blick rückt am Abend die Sitzung der US-Notenbank Fed. Bei der zweiten Zinssitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh rechnen Marktbeobachter überwiegend erneut nicht mit einer Änderung beim Leitzins, sodass dieser zum fünften Mal in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben dürfte. Die Diskussion über eine mögliche Leitzinserhöhung hat zuletzt aber wieder zugenommen. Der Iran-Krieg sorgt weiter für grosse Verunsicherung.
An den Aktienmärkten steht die Halbleiterbranche weiter unter Druck. In den USA und am Morgen in Asien ging es im Chipsektor erneut bergab, nachdem die Zahlen des südkoreanischen Herstellers SK Hynix enttäuschten. Halbleiterwerte am deutschen Markt können diesem Trend nicht entkommen. Papiere wie Infineon oder Aixtron gaben entsprechend weiter nach.
Bedenken, dass sich die immens hohen Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) nicht rechnen könnten, sowie Sorgen vor Konkurrenz aus China trüben die Stimmung ein. Vor der Fed-Zinssitzung an diesem Abend dürften Anleger im Chipsektor kein grösseres Risiko eingehen wollen. Zudem verfehlte der südkoreanische Chipproduzent SK Hynix trotz erneuter Rekordgewinne mit seinen Geschäftszahlen die Markterwartungen.
In der Berichtssaison geht es rund mit zahlreichen Bilanzvorlagen von Unternehmen aus dem Dax, MDax und SDax Die Deutsche Bank erzielte im zweiten Quartal dank ihrer Investmentbank überraschend einen Gewinn auf Rekordniveau. Anleger zeigten sich erfreut: Die Aktien gewannen 4,1 Prozent.
Der Energiekonzern RWE blickt nach einem überraschend gut verlaufenen Halbjahr positiver auf 2026 und 2027. Die Aktien gewannen 2,2 Prozent. BASF legten nach detaillierten Quartalszahlen um 3,4 Prozent zu. Der Chemiekonzern startet zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm.
Ein Festhalten an den Jahresprognosen schien im MDax die Anleger von Auto1 zu irritieren. Die Papiere des Internet-Gebrauchtwagenhändlers brachen um mehr als 8 Prozent ein. Die Eckdaten für das zweite Quartal seien gut, so die Analysten von Jefferies. Deshalb dürfte man sich fragen, warum das Management an den Zielen für 2026 nichts geändert habe.
Bei Krones kamen die Zahlen und die Bestätigung der Prognose gut an. Die Papiere des Getränkeabfüllanlagen-Herstellers gewannen 5,6 Prozent. Krones stemmte sich im zweiten Quartal erfolgreich gegen ein zunehmend schwieriges Wirtschaftsumfeld.
Im SDax profitierten die Anteile des Auto- und Industriezulieferers Stabilus mit plus 6,5 Prozent von der Ankündigung einer Partnerschaft mit Synapticon bei humanoider Robotertechnik. Nach unten um 8 Prozent ging es in dem Nebenwerteindex für die Titel des Spezialpharma-Unternehmens Medios , das nach einem durchwachsenen Halbjahr mit weniger Gewinn im laufenden Jahr rechnet./ajx/zb
(AWP)

