Für den MDax , den Index der mittelgrossen Börsenunternehmen, ging es am Donnerstagvormittag um 0,38 Prozent auf 31.004 Punkte hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 , der am Mittwoch deutlich geschwächelt hatte, gewann 0,4 Prozent.
«Die Hoffnung auf eine Verlängerung des Waffenstillstandes (zwischen dem Iran und den USA) treibt Anlegerinnen und Anleger in Aktien», kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die Bestmarke des marktbreiten S&P 500 vom Vortag wertet er als Beleg, dass «der US-Aktienmarkt den Iran-Krieg hinter sich gelassen hat, bevor er wirklich vorbei ist». Auch das Tech-Barometer Nasdaq 100 stellte einen Rekord auf, ebenso am Donnerstag der japanische Nikkei 225 .
Die aktuellen Bewertungen in New York beinhalteten allerdings «eine gehörige Portion Optimismus», was die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs angehe, gab Altmann zu bedenken. Denn ein Friedensschluss wäre erst der «Startschuss für einen langen und steinigen Weg zurück zu geordneten und kalkulierbaren Energiemärkten».
Bei MDax-Schlusslicht Aixtron standen nach dem gestrigen, 20-prozentigen Kurssprung Gewinnmitnahmen von 8 Prozent zu Buche. Der Chipindustrie-Ausrüster, der die Anleger zur Wochenmitte mit einer Prognoseanhebung euphorisiert hatte, beschaffte sich mit Wandelschuldverschreibungen frisches Geld. Das Volumen liege wie zuvor angekündigt bei 450 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Zudem verkaufte Aixtron zusätzlich Aktien aus dem Bestand.
Im Nebenwerte-Index SDax fielen die Titel von Heidelberger Druck nach einer zweitägigen, von Rüstungsfantasie getriebenen Rally um 9 Prozent zurück. Der Druckmaschinenhersteller senkte die Ergebnisprognose für das jüngst abgelaufene Geschäftsjahr - auch mit Verweis auf zeitlich vorgezogene Aufwendungen für neue Geschäftsfelder insbesondere aufgrund des erfolgreichen Starts im Bereich Verteidigung.
Derweil gaben klare Kursgewinne von DocMorris nach einem starken Umsatzwachstum der Schweizer Online-Apotheke im ersten Quartal auch deren deutscher Konkurrentin Redcare Pharmacy Auftrieb: Die Aktien gewannen 4,8 Prozent.
Die Aktionäre von Gerresheimer freuten sich über eine Kurserholung von gut 20 Prozent. Die Kreditgeber des jüngst aus dem SDax abgestiegenen Verpackungsspezialisten stimmten einer Fristverlängerung zur Vorlage des testierten Jahres- und Konzernabschlusses 2025 zu. Ausserdem berichtete Gerresheimer, dass der Verkaufsprozess für die US-Tochter Centor planmässig begonnen habe und dass es eine zweistellige Zahl von Interessenten gebe./gl/stk
(AWP)

