Der MDax mit den mittelgrossen Börsenunternehmen sank am Freitagmorgen um 0,26 Prozent auf 32.716 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,3 Prozent nach unten.

Marktanalyst Timo Emden von Emden Research verwies auf den anstehenden Börsengang von Space X, der zum ersten grossen Stresstest für die KI-Rally werden dürfte. «Die Platzierung könnte zum Gradmesser werden, wie viel Risikokapital nach Jahren der KI- und Technologierally noch mobilisiert werden kann.» Anleger könnten in den kommenden Handelstagen Risikokapital umschichten und zusätzliche Liquidität zurückhalten.

Am Nachmittag steht in den USA der Arbeitsmarktbericht für Mai an. Ein starker Bericht werde noch keine Zinsanhebung auslösen, schrieb Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. «Allerdings könnte er der sprichwörtliche Tropfen sein, der das Fass in Sachen Zinsangst zum Überlaufen bringt. Ein robuster Arbeitsmarkt wäre in der Lage, die ohnehin bereits kräftig gestiegenen Renditen am amerikanischen Anleihemarkt weiter nach oben zu treiben und damit das Zinsgespenst an die Börsen zurückkehren zu lassen.»

Auf dem deutschen Parkett gaben Chipwerte nochmals nach. Infineon im Dax weiteten ihren Verlust um 5 Prozent aus. Aixtron im MDax verloren ähnlich viel. Auch im Nebenwerteindex SDax lagen Halbleiterwerte hinten.

Kursgewinne von 2,7 Prozent für die Titel des Portalbetreibers Scout24 an der Dax-Spitze stützten die positive Tendenz der letzten Woche.

Wacker Chemie setzte eine Verkaufsempfehlung der Citigroup zu, die Papiere sanken um fast 4 Prozent. Der Markt überschätze wohl die Chancen im Halbleitergeschäft, hiess es./ajx/jha/

(AWP)