Am Samstag hatten Israel und die USA den Iran angegriffen und dabei unter anderem das iranische Staatsoberhaupt, den Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei, getötet. Einem hochrangigen iranischen Diplomaten zufolge wurde auch die wichtige Atomanlage in Natans angegriffen. Teheran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion.

«Die Eskalation im Iran sorgt für Nervosität an den Finanzmärkten», schrieb Mario Lüddemann von Lüddemann Investments. Geopolitische Krisen lösten zwar nur selten einen unmittelbaren Crash aus, sie veränderten aber die Risikoeinschätzung und die Anlegerpsychologie. Im konkreten Fall reagierten die Märkte sensibel auf mögliche Störungen wichtiger Handelsrouten wie der Strasse von Hormus - «ein Nadelöhr für die weltweite Energieversorgung».

Der MDax der mittelgrossen Werte verlor zum Wochenauftakt 2,1 Prozent auf 30.914 Zähler. Hier droht ein Rückfall unter die Marke von 30.000 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um knapp zwei Prozent.

Verluste erlitten am Morgen unter anderen die Aktien der Reise- und Touristikbranche. So büssten Lufthansa 6,6 Prozent ein und Tui 8,4 Prozent ein. Der Ölpreisanstieg belastete Papiere aus dem Chemiesektor wie BASF , Evonik , Wacker Chemie und Lanxess . Bis zu 4,3 Prozent reichten hier die Verluste. Höhere Kosten für Öl drohen die Gewinne zu schmälern.

Profitieren von der Nachrichtenlage konnten dagegen die Papiere aus der Rüstungsbranche. So legten die Kurse von Rheinmetall , Hensoldt , Renk gegen die allgemeine Marktschwäche um 2,3 bis 5,4 Prozent zu. Anteile des Marineschiffbauers TKMS gewannen 1,4 Prozent.

Die Aktien von Hapag-LLoyd stiegen um 4,5 Prozent auf ein Hoch seit Mitte 2025. Angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen und der Folgen für den internationalen Schiffsverkehr dürften nun die Frachtraten steigen./bek/mis

(AWP)