Nach einem zunächst verhaltenen Handelsstart gewann der deutsche Leitindex am Ende 0,71 Prozent auf 23.730,92 Punkte. Allerdings ist eine nachhaltige Erholung von den Kursverlusten im Zuge des Iran-Kriegs - zumindest charttechnisch gesehen - erst bei einem Stand um die 24.200 Punkte zu erwarten. Der MDax der mittelgrossen Werte stieg am Dienstag um 1,83 Prozent auf 29.481,75 Zähler.

Am zwölften Handelstag, seit die USA und Israel den Militärschlag gegen den Iran gestartet haben, scheinen die Hoffnungen auf ein rasches Ende des Kriegs immer noch recht hoch zu sein. Ein länger andauernder Konflikt würde vor allem Europa und Asien wegen ihrer deutlich höheren Importabhängigkeit für Öl und Gas treffen. Die USA dagegen sind bei der Ölversorgung weitgehend autark.

Zunehmend in den Blick rücken derweil die grossen Zentralbanken, denn am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren Leitzins und am Donnerstag die EZB. Spontane Zinsveränderungen werden zwar als unwahrscheinlich angesehen, doch erhoffe man sich «von den schriftlichen Statements oder zumindest von den Fragerunden mehr Einblicke, ob die Erwartung steigender Leitzinsen in der Eurozone und ausbleibender Zinssenkungen in den USA richtig ist», sagte Altmann.

Die steigenden Preise für Energie sorgten im Dax für Kursgewinne bei Eon , Siemens Energy und RWE . Eon zogen um 3,2 Prozent an. Siemens Energy legten um 2 Prozent und RWE um 2,4 Prozent zu.

Die Aufmerksamkeit der Anleger galt zudem Einzelwerten aus der zweiten und dritten Börsenreihe. So teilte der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius seine neuen Mittelfristziele ab 2027 mit. Die Aktien schnellten an der MDax-Spitze um fast acht Prozent in die Höhe. Nach den vorangegangenen überdurchschnittlichen Kursverlusten herrschte nun Erleichterung über die vom Management selbst als «realistisch, aber ambitioniert» bezeichneten Prognosen. Die Fraport-Papiere sprangen um knapp sechs Prozent hoch. Analysten hatten sich zufrieden gezeigt mit den Zahlen und den Zielen des Flughafenbetreibers.

Im Nebenwerteindex SDax hatten Springer Nature die Nase vorn mit einem Plus von fast 13 Prozent. Der Wissenschaftsverlag hatte im abgelaufenen Jahr seinen Umsatz und den operativen Gewinn gesteigert und zudem laut Händlern einen überraschend starken Ausblick gegeben.

Energiekontor dagegen sackten nach einem Analystenkommentar um mehr als elf Prozent ab und fanden sich damit am Ende des Nebenwerte-Index wieder. Der Experte Philipp Kaiser von Warburg Research hatte seine Schätzungen für den Projektentwickler im Bereich Erneuerbare Energien teils deutlich gekappt. Er begründete dies mit dem generell schwächeren politischen Umfeld für Erneuerbare, einem strukturellen Rückgang der Strompreise und höheren Projektrisiken.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,53 Prozent auf 5.769,25 Zähler zu. Die Börsen in London und Zürich zogen die Leitindizes etwas stärker an. In New York gewann der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss 0,3 Prozent./la/stw

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

(AWP)