Nach den Turbulenzen am Gold- und Silbermarkt setzte unterdessen eine Beruhigung ein. Die Preise erholten sich nach ihrem kurzzeitig kräftigen Einbruch weiter. Laut Ahmad Assiri, Marktstratege beim Handelshaus Pepperstone, haben sich die Rahmenbedingungen für den Handel mit Edelmetall insgesamt wenig verändert.

Der MDax der mittelgrossen Börsenwerte legte um 0,08 Prozent auf 31.537,33 Zähler zu. Europaweit schlossen die wichtigsten Börsen leicht schwächer. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,20 Prozent auf 5.995,35 Zähler nach unten. Auch ausserhalb der Euroregion, in der Schweiz und in Grossbritannien, wurden moderate Verluste verbucht.

In den USA gab der Dow Jones Industrial nach dem Erreichen eines Rekordhochs seine Gewinne wieder ab. Die technologielastige Nasdaq-Börse zeigte sich mit 1,2 Prozent deutlich im Minus. Am Markt wurde von einer Rotation raus aus Techwerten in Branchen der traditionellen Industrie, aber auch in den Konsumgüter- und Finanzsektor gesprochen.

Hierzulande wurden Tech-Aktien wie vor allem SAP , aber auch Infineon und Atoss Software in Mitleidenschaft gezogen. SAP, die am Morgen noch von einem Analystenkommentar der spanischen Bank Santander profitiert hatten, büssten letztlich 4,6 Prozent ein. Atoss Software gaben im SDax um 8,1 Prozent nach. Die Papiere des Chipherstellers Infineon verloren 1,9 Prozent.

Die Anteilscheine des Online-Modehändlers Zalando sackten um 12,1 Prozent ab. Börsianer verwiesen auf eine Warnung der US-Bank Morgan Stanley vor aufkommender Konkurrenz durch globale Social-Media-Netzwerke wie Tiktok Shop. Der Kursrutsch sei «nicht nachvollziehbar», urteilte hingegen die DZ Bank, denn «die Transformation des E-Commerce durch Social Commerce ist eine Realität, der Zalando nicht hilflos ausgeliefert ist». Zudem sei das Unternehmen ein «aktiver Gestalter».

An der Dax-Spitze stiegen die Aktien von Daimler Truck um 5,9 Prozent. Unter den europäischen Lkw-Herstellern sind die Papiere der Schwaben neuer Favorit des Bank-of-America-Analysten Alexander Jones. Der Lkw-Zyklus nehme Fahrt auf, die Bewertungen seien noch günstig, und die Gewinnerwartungen hätten noch Luft nach oben, argumentierte er.

Aktien aus dem Stahlbereich waren nach ihrem jüngsten Rücksetzer wieder gefragt. Am Vortag waren sie schon mit den Metallpreisen gestiegen. Thyssenkrupp gewannen im MDax 6,0 Prozent. Salzgitter stiegen im SDax um 4,2 Prozent.

Zahlen und Ziele gab es vom Labor- und Pharmazulieferer Sartorius , dessen Vorzugsaktie nach einem Auf und Ab letztlich mit plus 7,7 Prozent als MDax-Spitzenreiter aus dem Tag ging. Der Hersteller von Halbleiter-Wafern Siltronic rechnet nach einem tristen Jahr 2025 mit einem weiter schwierigen Geschäftsumfeld. Der Aktie brockte das den letzten Platz im Nebenwerte-Index SDax mit minus 8,1 Prozent ein.

Evotec sprangen dort mit plus 9,5 Prozent an die Spitze. Nach Ansicht der Privatbank Berenberg könnte sich ein Kauf der Aktie lohnen. Die Hamburger seien ein weltweit anerkanntes Auftragsforschungsinstitut im Bereich pharmazeutischer Wirkstoffe. Die Bewertung der Aktie lasse zugleich viel Spielraum nach oben, selbst bei blosser Normalisierung der Nachfrage./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)