Der MDax mit den mittelgrossen deutschen Werten büsste 1,60 Prozent auf 31.113,70 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 und der schweizerische SMI erreichten Bestmarken, bevor auch sie etwas schwächer schlossen. Der Leitindex der Euroregion beendete den Handel mit minus 0,40 Prozent auf 6.011,29 Punkte. Auch in London wurden Verluste verbucht.

In den USA drehte der bekannteste Wall-Street-Index Dow Jones Industrial nach einem freundlichen Start in die Verlustzone und gab zum europäischen Börsenschluss um 1,0 Prozent nach. Der technologielastige Nasdaq 100 sackte um 1,6 Prozent ab. Technologieaktien litten vor allem unter dem Zahlenwerk des Netzwerkausrüsters Cisco . Der Druck auf die Gewinnmarge von Cisco überschatte dessen KI-Erfolge, hiess es am Markt.

Nun warten die Anleger auf US-Inflationszahlen am Freitag. Diese sind der nächste wichtige Baustein, um den weiteren geldpolitischen Spielraum der Notenbank Fed beurteilen zu können. Ein überraschend guter US-Jobbericht hatte am Vortag den Zinssenkungshoffnungen Gegenwind beschert.

Ein höher gestecktes Gewinnziel für das Geschäftsjahr 2025/26 hatte die Siemens-Aktie zeitweise um fast 8 Prozent auf einen Rekordstand von knapp unter 276 Euro nach oben katapultiert. Damit hatte der Industrie- und Technologiekonzern zumindest für einige Stunden einmal wieder den Softwarehersteller SAP als wertvollstes Dax-Unternehmen abgelöst. Dessen Kurs war zuletzt von Sorgen vor einer KI-Bedrohung schwer belastet worden. Die Begeisterung für Siemens hielt aber nicht an, sodass die Aktie letztlich nur 0,3 Prozent höher schloss, während SAP um 0,4 Prozent zulegte.

Heidelberg Materials sackten mit minus 11 Prozent an das Dax-Ende. Sie litten angesichts von Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim Gipfeltreffen der energieintensiven Industrien in Antwerpen erneut unter der möglichen Lockerung von Klimaschutzvorschriften. Ein Aufweichen der EU-Pläne würde den Zementhersteller besonders belasten, denn der Konzern hat eine branchenführende Position bei der Dekarbonisierung und Abscheidung von CO2-Emissionen im Produktionsprozess.

Mercedes gaben um 1,5 Prozent nach. Die Titel des Premium-Autobauers litten unter einem schwachen Schlussquartal und vorsichtigen Zielen für das neue Geschäftsjahr. Spitzenreiter im Dax war am Ende des Tages die Aktie der Deutschen Telekom mit plus 6,1 Prozent. Mehrere Analysten sahen in den am Vortag vorgelegten Zahlen und Zielen der Tochter T-Mobile US einiges Positive. Die Bank Barclays hob für die Telekom ausserdem gute Aussichten in Deutschland hervor.

Im MDax ging es für Thyssenkrupp um etwas mehr als 12 Prozent abwärts. Der Industriekonzern leidet weiter unter einem schwachen Marktumfeld. Hohe Restrukturierungskosten für das Stahlgeschäft führten zu einem höheren Verlust im ersten Geschäftsquartal.

Im Nebenwerte-Index SDax kamen negative Nachrichten vor allem von Hellofresh und Siltronic . Der Kurs des Kochboxenlieferanten sackte nach einem deutlichen Umsatzrückgang im vergangenen Jahr zeitweise in Richtung Rekordtief, bevor am Ende ein Minus von 7,3 Prozent verbucht wurde. Der Waferhersteller enttäuschte mit seinen Zielen für das neue Jahr, was der Siltronic-Aktie ein Minus von etwas mehr als 11 Prozent einbrockte./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

(AWP)