Der Leitindex Dax stieg um 1,38 Prozent und schloss bei 24.737,24 Punkten. Der MDax der mittelgrossen Börsentitel rückte um 1,68 Prozent auf 31.857,74 Zähler vor.
Was die Gewinne des Dax der vergangenen drei Tage am Ende wert sind, könnte sich aber erst entscheiden, wenn mit Nvidia der rund 5,5 Billionen US-Dollar schwere Trendsetter für die boomende Branche der Künstlichen Intelligenz am Abend nach der Schlussglocke die Quartalsbilanz und die Geschäftsaussichten veröffentlicht.
«Wir gehen vorsichtig optimistisch in die Zahlen», schrieb Tech-Experte William Beavington vom Investmenthaus Jefferies mit Blick auf Nvidia. Wichtig dürfte aus Anlegersicht das Umsatzziel für das laufende Quartal sein. Hier liege die quasi-offizielle Konsensprognose von Analysten bei 87 Milliarden US-Dollar.
Interessanterweise liegt laut Beavington die sogenannte «Buy-Side»-Prognose für den Umsatz im zweiten Quartal mit 91,5 Milliarden Dollar noch höher. Zur «Buy-Side» zählen etwa Asset-Manager, Pensionskassen, Hedgefonds und Vermögensverwalter. Also Marktakteure, die an der Börse als aktive Käufer und Verkäufer auftreten. Hier sind die Erwartungen also noch höher gesteckt als bei den analysierenden Investmentbanken.
Nvidia-Aktien gewannen in New York 2 Prozent, nachdem sie in den vergangenen Tagen vom Rekordniveau zurückgekommen waren. Werte aus der Halbleiterbranche zogen wieder an: Die Infineon -Anteile legten als Dax-Spitzenreiter um gut 5 Prozent zu. Titel des Branchenausrüsters Aixtron gewannen 5 Prozent.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg am Mittwoch um gut 2 Prozent. Der Züricher SMI blieb mit plus 0,3 Prozent zurück, während der Londoner FTSE 100 deutlicher zulegte. Der Dow Jones Industrial gewann zum europäischen Handelsschluss knapp ein Prozent.
Am deutschen Aktienmarkt standen zwei Unternehmen mit Anteilverkäufen durch Aktionäre im Blick. Aktien des Wissenschaftsverlags Springer Nature verloren nach einer Platzierung durch den Finanzinvestor BC Partners 4 Prozent.
Renk-Aktien trotzten dagegen mit plus 3,3 Prozent einer Platzierung durch den Panzerbauer und Aktionär KNDS. Händler verwiesen zur Begründung auf ein positives Branchenumfeld. So zog der Kurs des tschechischen Rüstungskonzerns CSG nach starken Geschäftszahlen kräftig an. Rheinmetall gewannen 2,2 Prozent, deutlich übertroffen von Hensoldt-Aktien mit plus 10,3 Prozent.
Im Chemiesektor drückte eine Abstufung der Lanxess-Aktie durch das Investmenthaus Jefferies den Kurs um knapp fünf Prozent nach unten.
Trotz eines Dividendenabschlags von 0,97 Euro je Aktie legten die Aktien von Ottobock zu. Der Prothesenhersteller wies die Vorwürfe des auf fallende Kurse spekulierenden Leerverkäufers Grizzly vom Vortag zurück. Diese hatten den Kurs um elf Prozent einbrechen lassen./bek/he
--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---
(AWP)

