Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,2 Prozent zu. Ausserhalb des Euroraums fielen der schweizerische SMI und der britische FTSE 100 um jeweils 0,3 Prozent. In New York stieg das Leitbarometer Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss um 0,3 Prozent. Der technologielastige Nasdaq 100 legte um 0,1 Prozent zu.
Die fehlende Marktbreite habe zu einem Verlust der Aufwärtsdynamik und zu Gewinnmitnahmen nach einer starken Börsenwoche geführt, sagte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets. Zusätzlich hätten die erneut gestiegenen Ölpreise angesichts der unverändert angespannten Lage im Nahen Osten auf die Stimmung gedrückt. Positive Impulse lieferte eine beeindruckende Erholung der Technologieaktien weltweit.
Der Dax profitierte zunächst laut Consorsbank-Marktanalyst Jochen Stanzl von der allgemeinen Zunahme der Risikobereitschaft. Nun drehe sich «alles um die Auflösung einer ungefähr ein Jahr alten Seitwärtsphase», für die er positive Signale sieht. Schnelle Kursrückgänge seien zuletzt ausgeblieben. «Wenn der Kaufdruck, der sich gerade aufbaut, anhält und zunimmt, steht einem Anstieg in Richtung 26.000 Punkte im Dax technisch nichts mehr im Wege», resümierte er.
Wie in den USA und Asien legten auch hierzulande vor allem Technologieaktien wieder spürbar zu, wobei vor allem auf starke Vorgaben von US-Unternehmen verwiesen wurde. Dort hatten jüngst erst Microsoft und am Vorabend nach Börsenschluss dann auch Amazon mit ihren Quartalsberichten überzeugt.
Im Dax sprangen Infineon mit plus 3,7 Prozent an die Spitze. Im MDax gewannen Aixtron 5,3 Prozent und profitierten nicht zuletzt von einer Hochstufung der Bank Oddo BHF auf «Outperform». Für Siltronic ging es um 2,9 Prozent aufwärts. Gleich drei Analysehäuser hatten die Aktie des Waferherstellers nach starken Quartalszahlen vom Vortag hochgestuft.
Siemens Healthineers pendelten nach durchwachsenen Quartalszahlen sowie geänderten Jahreszielen zwischen kräftigen Gewinnen und Verlusten. Am Ende blieb ein Kursrückgang von 0,9 Prozent übrig.
Negativ ragten im MDax Schaeffler mit einem Minus von mehr als 12 Prozent heraus. Wegen der schlechten Lage in der Autoindustrie strich der Auto- und Industriezulieferer seine mittelfristigen Geschäftsziele zusammen.
Hensoldt litten nach Halbjahreszahlen unter Gewinnmitnahmen und büssten 5,0 Prozent ein. Der Rüstungselektronik-Spezialist profitierte von der Aufrüstung der Nato-Staaten und verdoppelte den Auftragseingang in den ersten sechs Monaten. Hensoldt ist aber laut JPMorgan-Analyst David Perry das «am höchsten bewertete Rüstungsunternehmen», das er beobachte, auch wenn das Produktportfolio nach wie vor hervorragend sei./edh/he
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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