Nach seinem Rekordhoch vor gut fünf Wochen bei fast 25.508 Punkten hatte der Dax Ende Januar sein Jahrestief bei 24.266 Zählern erreicht. Die Charthürde bei 25.000 Punkten erwies sich in den zurückliegenden Wochen als zäher Widerstand. Geopolitische Spannungen, Zinsunsicherheit und Befürchtungen um Disruptionen in der Wirtschaft durch Künstliche Intelligenz (KI) und wegen hoher Bewertungen im US-Technologiesektor hatten belastet.
«Mit dem Sprung über das Hoch aus der Vorwoche bei knapp 25.250 Zählern hat sich das technische Bild im Dax wieder deutlich verbessert», konstatierte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets. Sollte dieses Niveau in den kommenden Tagen halten, rücke auch das Allzeithoch wieder in greifbare Nähe, so Lipkow.
Martin Utschneider, Kapitalmarktexperte beim Broker Robomarkets, sieht das wichtigste deutsche Börsenbarometer mittelfristig aber weiter in einer Konsolidierung. Die langfristige Tendenz zeige indes einen intakten Aufwärtstrend.
Aus Branchensicht waren vor allem Rüstungswerte gefragt, die mit der Wall-Street-Eröffnung am Nachmittag einen zusätzlichen Schub erhielten. So legten die Papiere des Dax-Spitzenreiters Rheinmetall um 5,1 Prozent zu. Renk und Hensoldt gehörten mit Kursgewinnen von 4,8 beziehungsweise 3,1 Prozent zu den besten Werten im MDax.
Die Anteile des Index-Schwergewichts Siemens erholten sich mit einem Plus von 3.8 Prozent etwas von ihren zuletzt deutlichen Einbussen. Auch Heidelberg Materials machten mit plus 4,6 Prozent weiter Boden gut. Infineon profitierten von starken Geschäftszahlen und Prognosen des US-Halbleiterherstellers Analog Devices und legten um 3,4 Prozent zu.
Die Aktien von Bayer dagegen erlebten nach dem starken Vortag ein Kursdebakel. Am Dienstag hatten die Anleger einen Milliardenvergleich in den USA mit einem Plus von mehr als 7 Prozent zunächst als weiteren Schritt gefeiert, um die Glyphosat-Akten nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten endlich zu schliessen. Am Mittwoch ging es am Ende um gut 7 Prozent herunter. Zwischenzeitlich betrug das Kursminus sogar mehr als 12 Prozent.
Ein Kernpunkt bleibe trotz der Vergleichsankündigung die Frage, was passiere, wenn der Supreme Court nicht zugunsten von Bayer entscheide, sagten die Analysten der Barclays-Bank. Aus Sicht des Experten Peter Spengler von der DZ Bank ist der Glyphosat-Vergleich in den USA zudem ein «teuer erkaufter Schritt zu mehr Planungssicherheit». Er stufte die Papiere von «Kaufen» auf «Verkaufen» ab.
Brenntag rutschten als zweitschwächster Dax-Wert um 4,7 Prozent ab und reagierten damit auf den Kurseinbruch beim niederländischen Chemikalienhändler IMCD nach dessen Geschäftszahlen.
Im Nebenwerteindex SDax honorierten die Anleger die Jahreszahlen des Anlagenbauers Dürr mit einem Kursanstieg von 9,6 Prozent. Nach Zahlenvorlage gewannen die Titel des Nutzfahrzeugzulieferers SAF-Holland 4,0 Prozent./edh/he
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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