Zum Handelsende notierte der deutsche Leitindex 1,74 Prozent im Plus bei 24.205,36 Punkten. Damit schaffte er es zumindest wieder über die 200-Tage-Durchschnittslinie, die als wichtiger langfristiger Trendindikator gilt. Der MDax der mittelgrossen Börsentitel erholte sich um 1,87 Prozent auf 30.357,28 Punkte.

Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 machte mit einem Plus von 1,7 Prozent etwas Boden gut. In London und Zürich ging es nicht ganz so deutlich bergauf. Die US-Börsen präsentierten sich zum europäischen Handelsschluss freundlich: Während der Leitindex Dow Jones Industrial 0,6 Prozent gewann, stieg der Tech-Index Nasdaq 100 sogar um 1,5 Prozent.

«Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Strasse von Hormus zu eskortieren», schrieb US-Präsident Donald Trump schon am Dienstagabend auf seiner Online-Plattform Truth Social. Um jeden Preis würden die USA den freien Fluss von Energie für den Rest der Welt sicherstellen. Zudem habe er die zuständige Behörde für Entwicklungsfinanzierung DFC angewiesen, Risikoversicherungen und Garantien für den gesamten Seehandel in der Region anzubieten. Vor allem letzteres habe für Erleichterung am Markt gesorgt, kommentierte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.

Gleich mehrere Dax-Konzerne standen mit ihrer Geschäftsentwicklung im Fokus. Adidas blieb mit dem Ziel für das diesjährige Betriebsergebnis unter der Markterwartung. Die Aktie verlor letztlich 3,6 Prozent und markierte zeitweise ein Tief seit drei Jahren.

Bei Continental blieb die Prognose für den operativen Gewinn im Reifengeschäft laut Analyst Michael Aspinall von der Bank Jefferies hinter der Konsensschätzung zurück. Der Kurs drehte zeitweise ins Plus - am Ende stand aber ein Minus von 0,5 Prozent zu Buche.

Auch bei Bayer und dem Aromenhersteller Symrise reagierten die Anleger mit Aktienverkäufen auf die jeweiligen Geschäftszahlen der Unternehmen. Bayer blieb mit dem Ziel für das operative Ergebnis 2026 unter der Markterwartung. Die Titel konnten ihren Verlust aber auf 2,4 Prozent eindämmen, nachdem ein US-Gericht eine vorläufige Genehmigung für den Glyphosat-Vergleich in den Vereinigten Staaten erteilt hatte. Für Symrise ging es um 3,1 Prozent nach unten. Das Unternehmen geht mit Vorsicht in das Jahr 2026.

Am MDax-Ende brachen Redcare Pharmacy um 21 Prozent ein auf ein Tief seit Anfang 2023. Die Online-Apotheke verdiente im vergangenen Jahr operativ weniger als erwartet und setzte sich für 2026 Ziele, die laut Jefferies-Experte Martin Comtesse in jeglicher Hinsicht klar unter den Erwartungen lagen.

Bei Indexnachbar Aroundtown stand ein Minus von 6,2 Prozent zu Buche. Der Spezialist für Gewerbeimmobilien blickt vorsichtig auf das laufende Jahr und rechnet mit einem weiteren Rückgang beim operativen Gewinn. Zudem stiess die Ankündigung, die Beteiligung am Wohnimmobilienunternehmen Grand Ciuty Properties ausbauen zu wollen, am Markt auf wenig Begeisterung. Dessen Titel im Nebenwerte-Index SDax schlossen nach zeitweisen Gewinnen 1,3 Prozent tiefer - trotz als ordentlich bewerteter Geschäftszahlen.

Unter den Nebenwerten stachen Sixt mit einem Aufschlag von 6,2 Prozent positiv heraus. Der Autovermieter hat 2025 so viel umgesetzt wie noch nie und zugleich deutlich mehr verdient./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

(AWP)