Der MDax der mittelgrossen Börsenunternehmen verabschiedete sich am Montag 0,47 Prozent tiefer mit 30.445,74 Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es letztlich um 2 Prozent bergab. In Zürich stand ebenfalls ein klares Minus zu Buche, während in London wegen eines Feiertages nicht gehandelt wurde. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Börsenschluss 0,8 Prozent schwächer, während der technologielastige Nasdaq 100 0,4 Prozent verlor.
«Es bleibt dabei: Die Nachrichten aus dem Nahen Osten sorgen für Nervosität und Kursausschläge in beide Richtungen», kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst des Brokers CMC Markets. Das Handelsvolumen bleibe eher unterdurchschnittlich, und die ersten Anleger riefen sich zu Beginn des neuen Monats den Börsenspruch «Sell in May» in Erinnerung.
Iranische Nachrichtenagenturen mit Verbindung zu den Revolutionsgarden des Landes hatten zunächst über einen Raketenangriff auf ein US-Kriegsschiff berichtet. Die Vereinigten Staaten dementierten allerdings kurz danach, dass ein US-Schiff getroffen worden sei. Der Iran hatte nach der Verkündung des Beginns einer neuen US-Initiative, die die für den globalen Öltransport so wichtige Meerenge von Hormus für die Schifffahrt freimachen soll, mehrere Warnungen ausgesprochen. Schiffe, die ohne Absprache mit dem Iran die Strasse von Hormus befahren, könnten angegriffen werden, hiess es. Dazu gab es wieder gegenseitige Angriffe Israels und der im Südlibanon operierenden, mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz.
Die Aktien des Logistikkonzerns DHL büssten am Dax-Ende 7,3 Prozent ein. Der US-Onlinehandels- und Technologieriese Amazon hatte angekündigt, sein Logistiknetzwerk für alle Unternehmen zu öffnen. In New York ging es für die Aktien der DHL-Konkurrenten UPS und Fedex ebenfalls deutlich bergab.
Neue Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump für Fahrzeuge aus der EU belasteten die Herstellerwerte. Im Dax verloren Mercedes-Benz , Volkswagen , BMW , Traton und Daimler Truck bis zu 3,4 Prozent.
Dass der Industriekonzern Thyssenkrupp seine Stahlsparte vorerst nicht verkaufen will und die Gespräche mit dem indischen Konkurrenten Jindal abbrach, sorgte für Kursausschläge in beide Richtungen. Am Ende büssten die Titel 1,8 Prozent ein.
Die Aktien der Parfümeriekette Douglas rutschten nach Quartalszahlen und einer Prognosesenkung als grösster Verlierer im Nebenwerte-Index SDax um fast 8 Prozent ab.
Dagegen erholten sich die Anteile des Rüstungsunternehmens Rheinmetall an der Dax-Spitze um 2,4 Prozent. Sie profitierten unter anderem von einer Hochstufung durch die spanische Bank Santander.
Bei Evotec trägt die Kooperation mit Almirall erste Früchte: Die Papiere des Wirkstoffforschers gewannen 2 Prozent. Ziel der Zusammenarbeit ist die Erforschung und Entwicklung neuartiger Therapeutika zur Behandlung schwerer Hauterkrankungen. Evotec gab nun den ersten präklinischen Entwicklungskandidaten aus der Dermatologie-Kooperation mit Almirall bekannt./gl/he
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
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