Vor dem Ablauf der von den Vereinigten Staaten gesetzten Frist am Mittwoch um 2.00 Uhr zeichnete sich keine Einigung ab. Stattdessen wurden schon kurz vor Ablauf des Ultimatums im Iran zahlreiche Verkehrswege und die Ölindustrie bombardiert. Der Iran meldete landesweite Angriffe auf seine Verkehrsinfrastruktur.

«Das Geschehen am Kapitalmarkt steht weiterhin im Bann des Iran-Kriegs», schrieben die Analysten Christian Lenk und Christian Reicherter von der DZ Bank. Zuletzt habe der US-Präsident seine Rhetorik gegenüber Teheran noch einmal verschärft. Eine weitere Eskalation des Iran-Kriegs habe das Potenzial, den Rohölpreis noch weiter ansteigen zu lassen.

Der EuroStoxx büsste am Dienstag 1,05 Prozent auf 5.633,22 Punkte ein. In Zürich verlor der SMI Index 1,48 Prozent. Der britische FTSE 100 gab weniger stark nach. In den USA lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss mit 0,8 Prozent im Minus.

Aus Branchensicht nahm europaweit die Erholung der Chemiewerte wieder Fahrt auf. Analysten sehen durch den Krieg zunächst einige Pluspunkte für den Sektor: nachlassenden Konkurrenzdruck, Reduktion des Überangebots und steigende Preise. Risikofaktor bleibe allerdings eine geringere Nachfrage, deren Ausmass insbesondere von der Dauer des Iran-Kriegs abhänge.

An der Dax-Spitze gewannen BASF knapp zwei Prozent. Im MDax hatten Wacker Chemie , Lanxess und die Aktien des Düngemittelproduzenten K+S die Nase mit Aufschlägen von bis zu fast fünf Prozent vorn.

Daneben bewegten Analystenkommentare die Kurse. So stiegen Aurubis um zwei Prozent, nachdem Warburg Research zum Kauf der Papiere des Kupferkonzerns geraten hatte./bek/he

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

(AWP)