Letztlich stand beim Dax ein Minus von 2,23 Prozent auf 24.897,45 Zähler zu Buche. Der Index der mittelgrossen Werte, der MDax , sackte um 3,40 Prozent auf 31.516,35 Zähler ab.

«Der Iran-Konflikt könnte wieder zum Taktgeber für die Risikobereitschaft der Anleger werden», kommentierte Marktanalyst Timo Emden die Verluste. «Was zuletzt wie ein Hintergrundrisiko wirkte, rückt nun wieder ins Rampenlicht und zwingt Anleger, die geopolitische Risikokarte neu zu bewerten.»

Auslöser war, dass Trump die Waffenruhe im Iran-Krieg für beendet erklärt hatte, nachdem es zuvor zu gegenseitigen Angriffen samt einem Abschuss iranischer Raketen auf den Golfstaat Bahrein gekommen war. Die Ölpreise zogen kräftig an, womit die Sorgen vor Inflation, Konjunkturschwäche und Zinserhöhungen der Notenbanken wieder präsent sind.

Bereits am Montag hatten Gewinnmitnahmen eingesetzt - insbesondere im KI-Bereich. Und auch diese sind noch nicht abgehakt. So sackte der südkoreanische Kospi , zuletzt Sinnbild der KI-Rally, um etwas mehr als 5 Prozent ab und ist zurück auf dem tiefsten Stand seit Mitte Mai.

Die steigenden Ölpreise weckten Inflationsängste, und die wiederum weckten Sorgen vor steigenden Zinsen. Aktien von Immobilienunternehmen hatten daher einen schweren Stand, weil hohe Zinsen deren Kredite stark verteuern. Vonovia sackten als Schlusslicht im Dax um fast sechs Prozent ab. Im MDax verloren TAG Immobilien , LEG und Aroundtown zwischen knapp sechs und fast acht Prozent.

Unter den wenigen Gewinnern im Dax legten Eon-Papiere um fast ein Prozent zu. Analyst Alberto Gandolfi von der US-Bank Goldman Sachs sieht das Reformpaket der deutschen Regierung positiv für die Essener. Energienetze spielten eine zentrale Rolle, was für steigende Investitionen in diesen Bereich spreche.

Die Anteilscheine von Lufthansa litten weiter unter Gewinnmitnahmen und sanken um 6,5 Prozent. Unter anderem belastete eine Verkaufsempfehlung der US-Bank Citigroup. Die Bewertung der Aktien der Fluggesellschaft sei eine Wette darauf, dass der temporäre Rückenwind weiter blase. Dabei müssten die Anleger aber geringere Margen akzeptieren und Streikrisiken ausblenden, hiess es. Zudem weckte der Ölpreisanstieg die Furcht vor anziehenden Kerosinpreisen.

Angetrieben von einer Kaufempfehlung von Warburg Research zogen die Basler-Aktien an der Spitze des Nebenwerteindex SDax um 10,5 Prozent an. Da die anstehenden Quartalszahlen des auf Digitalkameras und weitere Produkte für maschinelles Sehen spezialisierten Unternehmens stark ausfallen sollten, biete der Kursrückgang seit den Hochs im Juni eine gute Kaufgelegenheit, schrieb Analyst Malte Schaumann.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 1,82 Prozent auf 6.204,91 Punkte. Ausserhalb der Eurozone gerieten die Leitindizes in London und in Zürich etwas weniger stark unter Druck. In New York büsste der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss 1,5 Prozent ein./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

(AWP)