Der MDax mit den mittelgrossen Werten gab am Freitag um 0,47 Prozent auf 31.414 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,6 Prozent.

Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wird zurzeit auf die Probe gestellt: Nach iranischen Attacken auf drei US-Zerstörer in der Strasse von Hormus hat das US-Militär als Vergeltung Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. US-Präsident Donald Trump forderte den Iran nach den Schlägen auf iranische Ziele erneut unter Drohungen auf, «schnell» eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen. Die seit rund einem Monat bestehende Waffenruhe gelte aber weiter. Ungeachtet dessen gaben die Ölpreise zuletzt etwas nach.

Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht wachsende Risiken für den jüngst KI-getriebenen und zunehmend sorglosen Markt, wenn der Iran-Konflikt ungelöst bleibe.

Vor dem Wochenende dürfte am Nachmittag der US-Arbeitsmarktbericht für Aufmerksamkeit sorgen. Er gibt Hinweise auf den Zustand der US-Wirtschaft und ist wichtig für die weitere Geldpolitik der US-Notenbank. Angesichts der zuletzt wieder steigenden Inflation sollten Anleger auf das Lohnwachstum achten, schrieb Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

In der Berichtssaison geht es nach einigen heissen Tagen am Freitag gemächlicher zu. Quartalszahlen veröffentlichte die Commerzbank , die zurzeit vor allem wegen der Übernahmeofferte der italienischen Unicredit im Fokus steht. Das Frankfurter Institut hob seine Prognosen an. Die im Dax notierten Anteile gaben dennoch um gut ein Prozent nach. Die Analysten der kanadischen Bank RBC sprachen von ambitionierten Zielen.

Aus dem MDax berichteten der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones , der IT-Dienstleister Bechtle sowie der Chemiekonzern Evonik über das abgelaufene Quartal. Bechtle zogen um 4,8 Prozent an. Das Analysehaus Jefferies lobte den guten Jahresstart mit starker Nachfrage der öffentlichen Hand in Deutschland. Evonik verteuerten sich um 1,8 Prozent. Krones notierten nur leicht im Plus.

Rheinmetall gerieten nach dem Kursrutsch am Vortag abermals deutlich unter Druck mit minus 5,7 Prozent. Der seit Januar intakte Abwärtstrend setzt sich damit fort. Analyst David Perry von JPMorgan, der bei Rheinmetall bislang Kursrücksetzer stets als Kaufgelegenheit sah, kappte nun sein Kursziel von 2.130 auf 1.500 Euro und stufte die Papiere von «Overweight» auf «Neutral» ab.

Eine Abstufung für Hellofresh durch die UBS drückte auch die Papiere des Kochboxenanbieters mit 2,5 Prozent ins Minus. Das Unternehmen habe bislang nur unzureichend erklärt, warum man gegenüber dem Vorjahr nicht mit einem anziehenden Absatz von Kochboxen rechnet, hiess es dazu.

Unbeirrt auf Rallykurs befinden sich die Aktien des Waferherstellers Siltronic , die am Freitag 5,6 Prozent gewannen. Vom KI-Boom voll erfasst, haben sie sich seit Anfang April fast verdoppelt./ajx/men

(AWP)