Der deutsche Leitindex Dax büsste gegen Mittag 3,5 Prozent ein und fand sich mit 23.769 Punkten auf dem tiefsten Niveau seit drei Monaten wieder. Seit Wochenbeginn beläuft sich der Rückschlag nun auf gut 1.500 Punkte oder 6 Prozent. Der Dax rutschte erstmals seit November unter eine wichtige Trendlinie für die längerfristige Tendenz.

Der MDax der mittelgrossen Börsentitel fiel um 3,4 Prozent auf 29.824 Zähler nach und fiel unter die runde Marke von 30.000 Punkten. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 verlor ebenfalls 3,4 Prozent.

Unter den Anlegern geht wegen des Krieges der USA und Israels gegen den Iran weiter die Sorge vor einer Energiekrise um. Der Dax hängt seit Montag quasi am Gaspreis. Steigt dieser, geben die Aktienkurse nach; gibt der Gaspreis Gewinne teilweise wieder ab, stabilisieren sich auch die Aktienkurse etwas.

Die Exporte von Flüssigerdgas aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten hätten 2025 etwa ein Fünftel der weltweiten Versorgung ausgemacht, schrieb Nitesh Shah vom Vermögensverwalter Wisdomtree. «Sie müssen die Strasse von Hormus passieren. Eine Unterbrechung hätte daher globale Auswirkungen», so der Rohstoffexperte. Selbst vorübergehende Ausfälle verschärften die globale Versorgungslage erheblich.

Die Aktien aus dem deutschen Chemiesektor litten denn auch weiterhin besonders stark unter Iran-Krieg. Im Dax waren die Titel des Branchenriesen BASF unter den grössten Verlierern. Im MDax galt dies für Wacker Chemie , Lanxess und Evonik .

Schlusslicht im Dax aber waren die Aktien von Beiersdorf , die um mehr als 18 Prozent ein auf ein Tief seit vier Jahren einbrachen. Der Konsumgüterkonzern rechnet im laufenden Jahr allenfalls mit einem geringen Wachstum. Analysten monierten schwache Prognosen der Hamburger für das erste Quartal und das Gesamtjahr.

Die Aktien der Deutschen Börse zählten mit plus 2 Prozent zu den nur zwei Gewinnern im Dax neben Fresenius Medical Care. Gleich zwei Investmentbanken rieten am Dienstag zum Kauf der Deutsche-Börse-Aktien, auch als möglicher Profiteur der starken Marktbewegungen.

Für die Aktien von Kion ging es als schwächster Titel im MDax um fast 9 Prozent nach unten. Die Bank Exane BNP strich das Kaufvotum für die Papiere des Herstellers von Logistiktechnik.

Die Schaeffler -Aktien brachen nach enttäuschenden Zielen für das laufende Jahr um 18 Prozent ein. Hohe Sonderbelastungen aus dem Konzernumbau mit Stellenstreichungen sorgten 2025 erneut für rote Zahlen.

Die Papiere von SMA Solar stiegen um 1,5 Prozent. Analysten monierten zwar einen vorsichtigen Gewinnausblick für das laufende Jahr. Die Investmentbank Jefferies hob die Aktien aber auf «Buy»./bek/mis

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

(AWP)