Der starke Preisauftrieb in den USA schwächte sich im Juni erneut und spürbar ab. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,0 Prozent. Im Vormonat hatte die Rate noch 4,0 Prozent betragen. Bankökonomen hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 3,1 Prozent gerechnet. Die aktuelle Rate ist die niedrigste seit etwas mehr als zwei Jahren. Die Kerninflation fiel ebenfalls deutlich von 5,3 auf 4,8 Prozent. Bei dieser Rate werden volatile Energie- und Lebensmittelpreise ausgeklammert.

Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners sprach in einer ersten Reaktion auf die Preisdaten von einem "ersehnten Befreiungsschlag". Die US-Notenbank Fed werde die Daten als Bestätigung ihres geldpolitischen Kurses werten. Erstmals seit Ende 2021 liege die Kerninflationsrate wieder unter 5 Prozent. "Die klassische Inflationsrate scheint sich im Ziel-Bereich der Fed einzupendeln. Jetzt dürfen die Börsianer hoffen, dass die Fed nur noch maximal einmal an der Zinsschraube dreht", so Altmann.

Unter den Einzelwerten sorgten die Aktien von Dominos's Pizza mit einem vorbörslichen Anstieg von 12,8 Prozent für Furore. Der Essenslieferant gab eine neue globale Vereinbarung mit dem Fahrdienst-Vermittler und Essenslieferanten Uber bekannt. Sie soll es Kunden ermöglichen, Domino's-Produkte auch über die Apps Uber Eats und Postmates zu bestellen. Die Uber-Papiere stiegen vorbörslich um 1,6 Prozent.

Die Titel von VMware gewannen im vorbörslichen Handel 1,8 Prozent. Der Halbleiterkonzern Broadcom steht kurz vor der kartellrechtlichen Genehmigung durch die Fusionskontrolle der Europäischen Union für die Übernahme von VMware. Damit sei der Weg frei für die auf 61 Milliarden US-Dollar bezifferte, weltweit grösste Übernahme eines Cloud-Computing-Unternehmens. Dafür hat sich Broadcom zu Verhaltensmassregeln verpflichtet, um Konkurrenten einen faireren Wettbewerb zu ermöglichen. Die Aktien von Broadcom verteuerten sich vorbörslich um 1,3 Prozent.

Die Anteilsscheine von Nvidia legten vorbörslich um 1,5 Prozent zu. Beim bevorstehenden Börsengang des Chipdesigners Arm könnte einem Pressebericht zufolge der weltweit teuerste Halbleiterkonzern eine grössere Rolle spielen. Beide Unternehmen verhandeln darüber, Nvidia als Ankerinvestor für den geplanten Börsengang in New York an Bord zu holen, wie die "Financial Times" ("FT") am Mittwoch unter Berufung auf informierte Personen berichtete./edh/stk