Der Broker IG taxierte den Wall-Street-Index Dow Jones Industrial eine Dreiviertelstunde vor dem Börsenstart 0,8 Prozent tiefer auf 46.060 Punkte. Der überwiegend auf Technologiewerte ausgerichtete Nasdaq 100 wird mit 1,1 Prozent im Minus bei 23.905 Zählern erwartet.
Trotz anderslautender Darstellungen der US-Regierung hatte das iranische Aussenministerium laufende Verhandlungen mit Washington über ein Kriegsende am Vorabend dementiert. «Ich erkläre mit Nachdruck, dass es keine Verhandlungen oder Gespräche mit der amerikanischen Seite gegeben hat», hatte Aussenminister Abbas Araghtschi im Staatsfernsehen gesagt und zudem Gespräche mit Washington abgelehnt.
An den Börsen herrsche rasch Ungeduld angesichts ausbleibender Fortschritte in Richtung Frieden, konstatierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. «Je länger sich der Friedensprozess hinzieht, desto länger bleibt der Aufwärtsdruck beim Ölpreis immens. Und desto grösser wird der Schaden für die Weltwirtschaft.»
Unter den sogenannten Magnificent Seven, den sieben bedeutendsten Technologieriesen aus den USA, werden alle mit Verlusten erwartet. Apple dürften sich mit vorbörslich minus 0,2 Prozent noch am besten halten. Nvidia , Meta und Microsoft gaben etwas mehr als ein Prozent nach.
Während Energie-Aktien stiegen, gaben Bergbau-Werte aus den USA nach und litten unter Warnungen von US-Präsident Donald Trump in Richtung Iran. Trump hatte vor drei Tagen angesichts angeblich produktiver Gespräche mit dem Iran mitgeteilt, fünf Tage auf Angriffe gegen iranische Energieanlagen zu verzichten. Aktuell aber bleibt die Lage für Aussenstehende verworren.
Eine angestrebte Fusion über einen reinen Aktientausch gab vorbörslich den Aktien von Equitable Holdings mit Corebridge Financial Auftrieb. Die Papiere der beiden US-Versicherungsunternehmen legten um jeweils etwas mehr als 2 Prozent zu. Der Wert des fusionierten Unternehmens wird auf 22 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Olaplex sprangen vor dem Börsenstart um rund 50 Prozent hoch. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel kauft den Shampoo-Hersteller für 1,4 Milliarden Dollar. Eine entsprechende Vereinbarung wurde unterzeichnet.
Für Kodiak Sciences ging es ebenfalls um rund 50 Prozent nach oben, denn der Arzneimittelentwickler gab Phase-III-Studiedaten zur Behandlung diabetischer Retinopathie (Schädigung der Netzhaut) bekannt. Precigen stiegen um 23 Prozent. Der Umsatz wird laut dem Biopharma-Unternehmen im ersten Quartal voraussichtlich 18 Millionen Dollar übersteigen, getrieben durch den Verkauf seines Medikaments Papzimeos./ck/stk
(AWP)

