Anleger schwanken weiterhin zwischen Hoffen und Bangen, was die Lage im Nahen Osten betrifft. Vage Hoffnung auf ein vielleicht doch näher rückendes Ende der Militäroperationen im Iran machte eine Mitteilung von US-Präsident Donald Trump, der auf seiner Plattform Truth Social wieder einmal von Fortschritten und dem möglichen Fall einer Einigung schrieb. Er verwies dabei auf angeblich ernsthafte Gespräche mit einem neuen Regime.

An den vom Iran-Krieg beeinflussten Ölmärkten blieb die Lage jedoch angespannt, nachdem die islamistische Huthi-Miliz am Samstag an der Seite Teherans in den Krieg eingetreten war. US-Präsident Donald Trump erwägt derweil laut dem «Wall Street Journal» einen Einsatz von Bodentruppen zur Bergung von hochangereichertem iranischem Uran. Weiterhin ein Thema bleibt auch eine mögliche Einnahme der Ölinsel Charg.

«Da das iranische Regime weiterhin an der Macht ist und die faktische Kontrolle über die Strasse von Hormus hat, die globalen Energiereserven sinken und sich angereichertes Uran noch immer im Land befindet, ist ein Weg zu einer für alle Seiten akzeptablen Verhandlungslösung kaum absehbar», schrieb am Montag ein Expertenteam der UBS um den Anlagestrategen Mark Haefele. Die Experten raten deshalb weiterhin zu einer Strategie der Risikoabsicherung.

Die Ölpreise blieben hoch, denn ein Fass der US-Sorte WTI kostete zuletzt wieder mehr als 100 US-Dollar. Dies führte dazu, dass Aktien der Ölkonzerne Chevron und ExxonMobil vorbörslich um bis zu 1,3 Prozent stiegen. Noch mehr Dynamik zeigten im Metallbereich die Titel des Aluminiumkonzerns Alcoa . Sie schnellten vorbörslich um mehr als 10 Prozent hoch, nachdem am Wochenende iranische Angriffe auf Aluminiumwerke am Persischen Golf für Aufmerksamkeit gesorgt hatten.

Ein Kursplus von 4,6 Prozent zeichnete sich vor dem Auftakt bei den Aktien von Expedia , Crowdstrike und Insmed ab - allesamt nach Hochstufungen durch Analysten von Jefferies, Wolfe Research oder Morgan Stanley. Im Falle des Reisebuchungs-Portals Expedia begründete Jefferies-Experte John Colantuoni seine Kaufempfehlung mit einer günstig gewordenen Bewertung bei weiterhin positiven Aussichten, die weniger stark von der Geopolitik abhängig seien.

Um 6,6 Prozent nach unten geht vorbörslich der Kurs von Sysco . Belastend wirkte hier eine Übernahme, die ganze 29 Milliarden US-Dollar verschlingt. Für diesen Betrag will der Lebensmittel-Grosshändler die Firma Jetro Restaurant Depot übernehmen.

Die Titel des US-Biopharmaunternehmens Viridian Therapeutics brachen nach der Bekanntgabe von Ergebnissen einer klinischen Studie zu aktiver endokriner Orbitopathie um 35 Prozent ein./tih/nas

(AWP)