Eine halbe Stunde vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Tech-Auswahlindex Nasdaq 100 1,3 Prozent tiefer auf 30.005 Punkte. Hier sorgte der US-Arbeitsmarktbericht für zusätzlichen Druck. Der überraschend deutliche Beschäftigungsaufbau im Mai stärkt nach Einschätzung der Landesbank Helaba die Erwartungen für eine Anhebung der US-Leitzinsen.
Den von traditionelleren Branchen geprägten Leitindex Dow Jones Industrial liessen die Daten indes kalt: Ihn sieht IG 0,1 Prozent im Plus bei 51.622 Punkten. Er würde damit an seinen Kurssprung vom Vortag anknüpfen, erst einmal aber keine weitere Rekordmarke aufstellen.
Auch für die zu Ende gehende Woche zeichnet sich eine divergierende Entwicklung beider Indizes ab. Während der Dow auf einen Gewinn von 1,2 Prozent zusteuert, winkt dem seit Jahresbeginn stark gelaufenen Nasdaq 100 ein Rückgang um 1,1 Prozent.
Der Sportbekleidungs-Einzelhändler Lululemon verschreckte die Anleger mit einem gesenkten Jahresumsatzziel, der nun unter dem Marktkonsens liegt. Auch der Ausblick auf Umsatz und Gewinn im laufenden Quartal enttäuschten. Vorbörslich sackten die Aktien um 11,9 Prozent ab, womit ihnen ein Tief seit dem Jahr 2028 droht.
Weiter bergab dürfte es für die zuletzt schon schwächelnden Halbleitertitel gehen. Bei Broadcom zeichnet sich ein Minus von 2,4 Prozent ab, nachdem die Aktien am Donnerstag nach einem enttäuschenden Ausblick mehr als 12 Prozent eingebüsst hatten. Für Micron ging es ebenfalls um 2,4 Prozent nach unten und für die Titel des KI-Chip-Riesen Nvidia um 1,9 Prozent.
Die Aktien des Spezialisten für digitale Signaturen Docusign sanken um 4,8 Prozent. Ein erwartungsgemässer Umsatzausblick auf das laufende Quartal war den Anlegern offenbar nicht gut genug.
Dagegen sprangen die Titel von Servicetitan um 13,7 Prozent hoch. Der Anbieter von Cloud-Software überraschte mit seinem Umsatz im vergangenen Quartal positiv./gl/jha/
(AWP)

