Der Broker IG taxierte den bekanntesten Wall-Street-Index Dow Jones Industrial rund eine Stunde vor dem Börsenstart 0,1 Prozent höher auf 49.975 Punkte. Zum Rekordhoch vom Februar bei 50.513 Punkten fehlen nur noch etwas mehr als ein Prozent.

Der überwiegend mit Technologieaktien bestückte Auswahlindex Nasdaq 100 dürfte ebenfalls 0,1 Prozent höher starten. 28.610 Zähler wären schon wieder eine neue Bestmarke. Seit dem Jahrestief Ende März hat der Nasdaq-Auswahlindex mittlerweile um etwas mehr als 25 Prozent zugelegt. Im bisherigen Jahresverlauf beläuft sich der Gewinn auf etwas mehr als 13 Prozent, während der Philadelphia-Semiconductor-Index SOX im selben Zeitraum um rund 62 Prozent nach oben schoss.

Eine Einigung über ein Ende des Kriegs mit dem Iran ist nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump in den kommenden Tagen möglich. Zugleich aber drohte Trump dem Iran in einem Interview des Senders PBS erneut: Falls es keinen Deal gebe, müsse man wieder damit anfangen, den Iran «in Grund und Boden zu bombardieren».

Weltweit sieht Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank für die Aktienmärkte seit geraumer Zeit zwei Treiber, die allerdings durch den Iran-Krieg ausgebremst worden seien: die Investitionen in Rüstung und die in Künstliche Intelligenz. «Wenn der Nahostkonflikt durch eine baldige Lösung nicht mehr dauerhaft Sand ins Getriebe streut, können diese beiden Motoren wieder zu ihrer vollen Leistung zurückkehren», erwartet Stanzl und spricht von «einem positiven Ausblick für Aktien».

Unternehmensseitig dürfte im Dow die McDonald's-Aktie in den Blick rücken, die vorbörslich um 3,3 Prozent auf 293,50 US-Dollar stieg. Die Umsätze der Schnellrestaurant-Kette im ersten Quartal blieben zwar leicht hinter den Erwartungen zurück, doch anscheinend waren die Anleger bereits auf negative Neuigkeiten gefasst. Tags zuvor war das Papier nach seinem Rekordhoch Anfang März bei 341,75 Dollar auf den tiefsten Stand seit Ende Januar zurückgekehrt.

Tesla dürften sich im Nasdaq 100 mit plus 1,9 Prozent weiter erholen. Der E-Autohersteller hatte Auslieferungszahlen in China für den Monat April bekannt gegeben und im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 36 Prozent gemeldet.

Doordash sprangen vorbörslich nach Zahlen um knapp 10 Prozent nach oben, denn die Prognose des On-Demand-Essenslieferservices für die Auftragseingänge im laufenden Quartal übertraf die Analystenerwartungen.

Snap und Arm dagegen zeigten sich vorbörslich sehr schwach. Der Mutterkonzern der Social-Media-App Snapchat wies zur Vorlage seiner Quartalszahlen auf negative Einflüsse des Nahostkonflikts auf seine Werbeerlöse hin.

Arm Holdings warnte unterdessen zur Zahlenvorlage vor einer Flaute in der Smartphone-Branche, wodurch eine entscheidende Einnahmequelle des Chip-Herstellers beeinträchtigt würde. Der Chipdesigner erwartet allerdings, dass das Wachstum im Bereich der KI-Rechenzentren diesen Einbruch mehr als ausgleichen wird. Während Snap um 8,4 Prozent absackten, verloren Arm 7,2 Prozent.

Den Papieren der Citigroup erging es nur wenig besser mit einem vorbörslichen Verlust von 3,0 Prozent. Die US-Bank will zwar Aktien im Wert von 30 Milliarden Dollar zurückkaufen, doch am Markt hatte man sich ein noch grösseres Volumen erhofft./ck/jha/

(AWP)