Der Dow kam nach einer Handelsstunde mit 52.608 Punkten auf ein Plus von 0,9 Prozent. Der breit aufgestellte S&P 500 konnte ihm mit einem Abschlag von 0,2 Prozent auf 7.401 Zähler nicht folgen.
Vor allem aber sackte der Nasdaq 100 nochmals um 1,7 Prozent auf 27.561 Punkte ab. Damit bahnt sich bei dem technologielastigen Leitindex der fünfte schwache Handelstag an. Mittlerweile hat er mehr als zehn Prozent vom Rekordhoch verloren. Börsianer sprechen bei diesem Umfang für gewöhnlich von einer Korrektur.
Bedenken, dass sich immense Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) letztlich nicht rechnen, paaren sich neuerdings mit Sorgen vor Konkurrenz aus China. Die Kursverluste wurden unter den lange Zeit stark gelaufenen Aktien aus Sektoren mit KI-Bezug im frühen Handel immer grösser.
Um bis zu 16 Prozent ging es bei den Speicherherstellern Sandisk , Seagate und Western Digital bergab. Der Kurs von Sandisk hat sich mittlerweile binnen eines Monats fast halbiert. Bei den Chipkonzernen Marvell Technology und Micron sah es mit einem ebenfalls prozentual zweistelligen Minus kaum besser aus.
Positiv von sich reden machen im Tech-Sektor neuerdings eher Software-Aktien mit einer breiten Erholung, die sich am Dienstag bei Werten wie Microsoft und Salesforce fortsetzte. Für Aufmerksamkeit sorgte noch Apple mit einem Börsenwert, der erstmals die Schwelle von fünf Billionen US-Dollar erreichte. Im Rennen um das wertvollste Unternehmen wurde der kürzlich noch führende Chiphersteller Nvidia längst wieder durch den iPhone-Hersteller verdrängt. Zuletzt legte dessen Kurs um 0,4 Prozent zu, während jener von Nvidia in ähnlichem Masse nachgab.
Unter den Dow-Werten profitierten Aktien von Sherwin Williams , Coca-Cola und Boeing deutlich von ihren Zahlenvorlagen, bevor in den kommenden Tagen die Schwergewichte Microsoft , Meta , Amazon und Apple den Fokus wieder stärker auf den Technologiesektor richten.
Sherwin Williams sprang um acht Prozent hoch, nachdem der Farben- und Beschichtungshersteller seine bereinigte Gewinnprognose je Aktie für das Gesamtjahr anhob. Der Softgetränke-Hersteller Coca-Cola überzeugte angesichts eines Anstiegs um fast sieben Prozent mit seinem Quartalsgewinn je Aktie. Bei Boeing sorgte es mit fast fünf Prozent Plus für Freude, dass der Flugzeugbauer einen überraschend starken bereinigten freien Barmittelzufluss bekannt gab.
Bei UPS führte es nicht mehr zu Kursgewinnen, dass der Logistiker seine Prognosen erhöhte. Die Aktien sackten um fast fünf Prozent ab. Die Fokussierung auf margenstärkere Sendungen hat eine Kehrseite, denn das Unternehmen warnte nach dem Rückfahren der Geschäftsbeziehung mit Amazon vor einem geringeren Liefervolumen. Anleger zeigten sich mit Blick auf die zweite Jahreshälfte verunsichert./tih/he
(AWP)

