Anleger hofften im Iran-Krieg auf einen Waffenstillstand, sagten Marktteilnehmer. Am Wochenende hatten sich US-Präsident Donald Trump und Teheran mit gegenseitigen Drohungen und Beleidigungen überzogen. Aus pakistanischen Geheimdienstkreisen hiess es am Ostermontag, den Kriegsparteien sei ein Plan für eine 45-tägige Waffenruhe mit Friedensgesprächen vorgelegt worden. Eine Annäherung, insbesondere für die Öffnung der vom Iran blockierten Strasse von Hormus, scheint aber weit entfernt.

Auf den am Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktbericht kann der Markt erst jetzt reagieren. Dieser war überraschend robust ausgefallen. Ausserhalb der Landwirtschaft stieg die Zahl der Stellen um 178.000. Nach dem Streik im Gesundheitswesen von mehr als 30.000 Angestellten und dem schweren Winterwetter im Februar hatten Experten zwar mit einer Gegenbewegung bei der Stellenentwicklung gerechnet. Sie hatten im Schnitt aber nur 65.000 neue Stellen erwartet.

Die Experten von ING lobten zwar den kräftigen Stellenaufbau. Dies zeige, dass sich die USA in einer guten Position befänden, dem wirtschaftlichen Gegenwind durch den Konflikt im Nahen Osten zu widerstehen. Allerdings bleibe das Jobwachstum auf eine Handvoll an Branchen begrenzt. Die steigende Unsicherheit und Vorsicht dürften Arbeitgeber von einem beschleunigten Stellenaufbau abhalten.

Die Arbeitsmarktdaten dämpften die Erwartung von Zinssenkungen durch die US-Notenbank. Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs dürften die Daten dieses Mal allerdings einen geringeren Einfluss auf die Laune der Anleger haben als üblich. Der kurz nach Handelsbeginn veröffentlichte ISM-Dienstleistungsindex an war deutlicher gesunken als von Experten erwartet.

Nachrichten zu Unternehmen gab es nur wenige. Netflix legten nach einer Hochstufung durch Goldman Sachs um 1,4 Prozent zu. Die Experten rechnen damit, dass der Streamingriese starke Ergebnisse vorlegen wird. Das Kursziel hob die Investmentbank von 100 auf 120 US-Dollar./he

(AWP)