Neben der schon länger massgeblichen KI-Fantasie vollzogen die beiden Indizes auch die Hoffnung auf ein Rahmenabkommen im Iran-Krieg nach, die am Vortag bereits in Europa und Asien eingepreist worden war, als der US-Handel feiertagsbedingt pausiert hatte. In der Breite störte es nicht gross, dass neue Angriffe im Iran und im Libanon die laufenden Verhandlungen zur Beilegung des Kriegs überschatteten. Ein Marktbeobachter sieht im Iran-Krieg beide Seiten «immer noch näher an einem Abkommen als zuletzt».

Der S&P 500 legte nach etwas mehr als einer Handelsstunde um 0,9 Prozent auf 7.538 Punkte zu, während der Nasdaq 100 mit Rückenwind anhaltender KI-Fantasie um 1,9 Prozent auf 30.027 Punkte stieg. Die beiden Indizes zeigten damit mehr Schwung als die Standardwerte, die im Dow Jones Industrial mehr Gewicht haben. Der Leitindex der Wall Street stand mit 50.570 Punkten seinem Freitagsniveau nahe. Für eine Bestmarke hätte er über 50.830 Punkte steigen müssen.

Im Technologiebereich bleiben Chipwerte am Dienstag der Taktgeber. Nachdem ihre Rally zuletzt eine Pause eingelegt und Anleger sich eher Branchenwerten in Asien und Europa gewidmet hatten, zieht nun auch wieder die Nachfrage nach US-Werten an.

Dies zeigte sich vor allem bei Micron mit einem Kurs, der um mehr als elf Prozent auf 835 US-Dollar nach oben sprang. Die Schweizer Grossbank UBS hatte ihr Kursziel in einer Studie verdreifacht. Mit 1.625 Dollar erreicht das von Timothy Arcuri genannte Zielniveau ganz neue Sphären, denn die Ziele anderer renommierter Analysehäuser liegen deutlich niedriger. In der Aufstellung der Nachrichtenagentur Bloomberg galt bislang Ricky Seo von HSBC mit 1.100 Dollar als grösster Optimist.

Mit 5,7 Prozent ebenfalls deutlich war der Kurssprung beim Halbleiterunternehmen Marvell Technology . Hier gab es eine Kaufempfehlung der britischen Bank HSBC - mit einem ebenfalls vervielfachten Kursziel. Die von Frank Lee angepeilten 300 Dollar bedeuten auch hier das höchste bislang von Analysten genannte Ziel.

Mit Autozone machte eine Aktie im Nebenwertebereich negativ von sich reden. Sie fielen um mehr als zehn Prozent auf ein Tief seit November 2024, weil der Autoteilehändler im vergangenen Quartal mit seiner Umsatzentwicklung enttäuschte./tih/jha/

(AWP)