So fiel der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 um 1,89 Prozent auf 29.968,13 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,57 Prozent auf 7.511,35 Punkte nach unten. Der Dow stieg am Ende um 0,64 Prozent auf 51.999,67 Punkte.
Beobachter Stephen Innes mahnte zur Vorsicht: «Der Markt wird so bewertet, als sei der Gewinnboom im KI-Bereich nicht nur real, sondern auch stabil, skalierbar und breit genug, um Rekordbewertungskennzahlen zu rechtfertigen.» Sollte sich dies als richtig erweisen, könnte sich die Rallye weiter selbst verstärken. Wenn sich die Gewinne jedoch nur wie gewohnt entwickeln und die Erwartungen von hier aus nachgeben, werde es deutlich schwieriger, das Bewertungsproblem zu ignorieren.
Derweil richteten sich die Blicke der Anleger zunehmend auf den am Mittwoch im Handelsverlauf anstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Bei der ersten Sitzung unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh werden die Währungshüter nach Einschätzung von Ökonomen am derzeitigen Zinsniveau festhalten. Die Sitzung dürfte allerdings Hinweise liefern, welche Neuerungen der seit dem 22. Mai amtierende Warsh plant.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor versichert, dass er keinen Druck auf den neuen Fed-Chef ausüben will. Dessen Vorgänger Jerome Powell war von Trump mehrfach heftig kritisiert worden, wobei der Präsident immer wieder Zinssenkungen gefordert hatte. Auch jüngst hatte sich Trump für eine Zinssenkung ausgesprochen.
Im Fokus bleibt nach dem Rekord-Börsengang in New York Elon Musks Raumfahrt- und KI-Konzern SpaceX . Nachdem die Aktien an den ersten zwei Handelstagen bereits um knapp 43 Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis gestiegen sind, gab es nun weitere Kursgewinne von 4,8 Prozent.
Zwischenzeitlich waren die Aktien von SpaceX um gut 17 Prozent nach oben geschnellt, woraus sich eine Marktkapitalisierung von fast 3 Billionen Dollar ergeben hatte. Damit hatte der Konzern beim Börsenwert sowohl den Handels- und Technologieriesen Amazon als auch den Softwaregiganten Microsoft überholt. Zum Handelsschluss musste SpaceX zwar wieder Microsoft den Vortritt lassen, war aber letztlich knapp mehr wert als Amazon und damit in puncto Marktkapitalisierung weltweit die Nummer fünf.
Die von SpaceX angekündigte Übernahme des Start-ups und Kooperationspartners Anysphere, das den KI-gestützten Softwarecode-Editor Cursor entwickelt hat, untermauert Elon Musks Ambitionen im Bereich Künstliche Intelligenz. Sein Chatbot Grok, hinter dem die mit SpaceX fusionierte KI-Firma xAI steht, ist bisher deutlich weniger populär als ChatGPT und Claude von OpenAI und Anthropic. Die beiden KI-Platzhirsche haben ebenfalls angekündigt, den Sprung auf das Börsenparkett wagen zu wollen.
Im Dow waren solche Aktien gefragt, die von einer konjunkturellen Aufhellung besonders profitieren dürften. So zogen die Papiere der Bank Goldman Sachs um 1,4 Prozent und die des Wettbewerbers JPMorgan um 3,7 Prozent an.
Unter den Technologiewerten zollten insbesondere Aktien aus dem Halbleiterbereich ihrer von Hoffnungen rund um Künstliche Intelligenz getriebenen Rally Tribut. So sackten Intel um 8,5 und Marvell Technology um 9,8 Prozent ab./la/men
(AWP)

