Dem Nasdaq 100 gelang zwar zum Auftakt erneut ein Rekord, doch aus dem Handel ging er 0,29 Prozent tiefer bei 30.571,24 Punkten. Für den Leitindex der Wall Street, den Dow Jones Industrial , ging es um 1,21 Prozent auf 50.687,07 Zähler abwärts. Für den S&P 500 endete eine neuntägige Gewinnstrecke mit einem Abschlag von 0,74 Prozent auf 7.553,68 Punkte.
Obwohl über eine Verlängerung der seit knapp zwei Monaten geltenden Waffenruhe verhandelt wird, haben sich die USA und der Iran über Nacht eines der schwersten Feuergefechte seit Beginn der Waffenruhe geliefert. Experten von UBS warnten vor «Wachstumsrisiken durch einen anhaltenden Energieschock», die aber auch grössere geldpolitische Straffungen unwahrscheinlich machten.
Wirtschaftsdaten ergaben am Mittwoch aber ein robustes Bild. Bevor am Freitag der offizielle Jobbericht kommt, zeigten Zahlen des privaten Dienstleisters ADP laut dem JPMorgan-Ökonom Bennett Parrish, dass der US-Arbeitsmarkt «auf einem festeren Fundament» steht. Ausserdem deuteten Stimmungsbarometer im Dienstleistungssektor auf anhaltendes Wachstum hin. Der entsprechende ISM-Index hatte sich im Mai stärker als erwartet aufgehellt.
Trumps Zolldrohungen richten sich gegen insgesamt 60 Länder mit dem Argument, dass diese Importe von Produkten aus mutmasslicher Zwangsarbeit nicht verhinderten oder bestehende Importverbote nicht genügend überprüften. Demnach müssen etwa die Europäische Union (EU), Grossbritannien und die Schweiz sowie Kanada und China mit zusätzlichen Zöllen zwischen 10 und 12,5 Prozent rechnen.
In der Breite fehlte Tech-Werten der Treibstoff für einen weiteren Anstieg. Vereinzelt hielt die KI-Euphorie aber an, wie Marvell Technology mit einem nochmals fast vier Prozent grossen Kursplus zeigten. Am Vortag war ein Kursfeuerwerk damit verknüpft worden, dass der Nvidia -Chef Jensen Huang dem Unternehmen den Aufstieg in den Kreis der Unternehmen mit einer Bewertung von einer Billion Dollar zutraut.
Bei Chipwerten gab es vermehrt Kursgewinne: Intel -Aktien erholten sich um 4,4 Prozent vom jüngsten Rückschlag, der mit drohender Konkurrenz von Nvidia im Geschäft mit PC-Hauptprozessoren begründet worden war. Titel des Intel-Konkurrenten AMD legten fast genauso viel und stellten erneut einen Rekord auf.
Im Tech-Sektor insgesamt war das Bild aber durchwachsen, denn ausser einer Erholung bei dem Social-Media-Riesen Meta gab es unter den sieben bedeutendsten Riesen der Branche keine Gewinner. Software-Aktien setzten ihre jüngsten Schwankungen mit Verlusten fort, wie Microsoft mit einem Abschlag grösser als drei Prozent zeigte. Zuletzt stark gelaufene IT-Werte wie IBM litten unter Gewinnmitnahmen.
Diese gab es auch bei den Aktien von Palo Alto Networks , die vom Rekordniveau weiter um 5,6 Prozent zurückkamen. Das IT-Sicherheitsunternehmen hatte mit einem angehobenen Gewinnausblick auf das laufende Quartal positiv überrascht, doch Anleger halten die Potenziale des Unternehmens im Bereich der KI-Bedrohungen wohl für eingepreist.
Die Titel von Gamestop sprangen dagegen um sechs Prozent hoch. Der Videospiele-Händler steigerte im vergangenen Quartal seinen Umsatz deutlich und erzielte einen Rekordgewinn. Zudem will er eigene Aktien im Wert von zwei Milliarden US-Dollar zurückkaufen.
Im Dow legten die Aktien von Sherwin-Williams nach ihrem Rückgang der vergangenen Tage um 1,2 Prozent zu. Der Lack- und Farbenhersteller und sein japanischer Branchenkollege Nippon Paint Holdings haben ihre Pläne für eine Übernahme von Akzo Nobel wegen des Widerstands der Niederländer aufgegeben./tih/he
(AWP)

