Für den schon vortags besonders starken, technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es mit dem SpaceX-Börsengang um weitere 0,64 Prozent auf 29.635,95 Punkte hoch. Ihm halfen auch die erneut starken Halbleiterwerte. Sorgen am Markt, dass Anleger im Tech-Sektor massiv von gut gelaufenen Titeln in SpaceX umschichten könnten, bewahrheiteten sich zunächst nicht.
Am Donnerstag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigte Angriffe auf den Iran abgeblasen und mit Verhandlungsfortschritten begründet. Inzwischen bestätigten auch die als Vermittlerin wichtige pakistanische Regierung und der Iran selbst die Einigung auf ein mögliches Friedensabkommen.
Der Börsengang des Raumfahrt-, Satelliten- und KI-Unternehmens von Tesla -Chef Elon Musk war der grösste der Geschichte. SpaceX verkaufte rund 555,6 Millionen Aktien und nahm damit 75 Milliarden Dollar ein. Das Unternehmen kam damit auf eine Bewertung von 1,77 Billionen Dollar und war aus dem Stand mehr wert als etwa der Facebook-Konzern Meta und der Elektroautobauer Tesla.
Bereits der erste SpaceX-Kurs von 150 Dollar bedeutete einen deutlichen Aufschlag auf den Ausgabepreis von 135 Dollar. Nach einem Anstieg bis auf 176,52 Dollar bedeutete der Schlusskurs von 160,95 Dollar immer noch einen Kursgewinn von gut 19 Prozent, was die Bewertung auf knapp 2,1 Billionen Dollar nach oben schraubte. SpaceX rückte so schon an seinem ersten Handelstag in die Sphären der wertvollsten US-Unternehmen auf.
Der Hype um SpaceX schob die Aktien anderer Unternehmen mit Bezug zu Raumfahrt und Satelliten nur vorbörslich an. Letztlich ging es für Firefly , Redwire , Rocket Lab und MDA Space um bis zu 19 Prozent bergab.
Aus dem starken Halbleitersektor stachen unter anderem Arm Holdings und AMD mit Kursaufschlägen von 11,3 und 4,7 Prozent heraus. Analyst Atif Malik von der Citigroup sieht den Chipkonzern AMD schon länger als Profiteur der starken Nachfrage nach Hauptprozessoren (CPU) im Zuge des KI-Booms und rät nun zum Kauf. AMD könnte auch im Bereich der Grafikprozessoren (GPU) durchstarten. Es bestehe die Chance, den Löwenanteil des Bedarfs von Meta abzugreifen.
In die andere Richtung ging es mit minus 6,8 Prozent für die Aktien des Softwarekonzerns Adobe . Mit dem Weggang des Finanzchefs überschattete ein weiterer Managementwechsel den Quartalsbericht. Auch das gesenkte Ziel für die jährlich wiederkehrenden Umsätze (ARR) lastete auf der Stimmung.
Bei Roku konnten sich die Anleger über einen Kurssprung von 20 Prozent freuen. Der Anbieter von TV-Streaming-Plattformen und entsprechender Hardware hat informierten Personen zufolge frühe Gespräche über eine Übernahme oder Fusion des Unternehmens mit mindestens einem US-Medienkonzern geführt, wie Bloomberg berichtete. Noch gebe es aber keine finale Entscheidung, hiess es weiter./gl/men
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
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