Der Dow Jones Industrial fiel am Montag unter die Marke von 49.000 Punkten auf den tiefsten Stand seit drei Wochen. Zuletzt notierte der US-Leitindex 1,4 Prozent im Minus bei 49.942 Punkten. Der marktbreite S&P 500 verlor 0,9 Prozent auf 6.845 Zähler. Für den von Technologiewerten dominierten Nasdaq 100 ging es um 1,2 Prozent auf 24.721 Punkte abwärts.
Nach der jüngsten gerichtlichen Zoll-Entscheidung in den Vereinigten Staaten herrscht auf beiden Seiten des Atlantiks Unsicherheit, was künftig im Handel zwischen den USA und der EU gilt. Auf viele EU-Importe in die Vereinigten Staaten soll US-Regierungskreisen zufolge künftig ein Zoll von 15 Prozent erhoben werden, wie ein ranghoher Vertreter des Weissen Hauses mitteilte. Das Europäische Parlament fror die Umsetzung des bereits ausgehandelten EU/US-Zollabkommens ein. Am Freitag hatte der Oberste US-Gerichtshof dem Präsidenten Donald Trump die rechtliche Grundlage für viele bisher verhängte Zölle entzogen.
Aus Branchensicht standen vor allem Finanz- und bestimmte Technologiewerte unter Verkaufsdruck. Auslöser war Händlern zufolge ein Bericht von Citrini Research, in dem die potenziellen Risiken dargelegt wurden, die KI für verschiedene Segmente der Weltwirtschaft mit sich bringen könnte. Zudem nähmen die Zweifel zu, ob sich die massiven Investitionen in diese Technologie bald auszahlen werden, hiess es. Insofern gehörten die Papiere von American Express , JPMorgan , Goldman Sachs und Visa mit Kursabschlägen zwischen 4,3 und 8,0 Prozent zu den schwächsten Werten im Dow.
Zudem setzte sich die Talfahrt von Aktien bestimmter Software- und Cybersicherheitsunternehmen fort. Als Begründung wurde auf den OpenAI-Konkurrenten Anthropic verwiesen, der vor dem Wochenende ein Sicherheitstool für sein KI-Modell Claude vorgestellt hatte. So verbuchten die Titel von Zscaler , Salesforce , Oracle , Crowdstrike und Datadog Verluste zwischen 5,0 und 10,6 Prozent.
Unter den Einzelwerten fielen die Titel von Eli Lilly mit einem Anstieg von 4,5 Prozent positiv auf. Sie profitieren damit von einem erneuten Rückschlag des dänischen Wettbewerbers Novo Nordisk mit einem Abnehmmittel, was die Sorgen vor dessen wieder erstarkter Konkurrenz milderte. Analyst Chris Schott von JPMorgan erwartet länger anhaltende Marktanteilsgewinne von Eli Lilly - zu Lasten von Novo Nordisk.
Die Aktien von Paypal reagierten mit einem Plus von 6,4 Prozent auf Übernahmespekulationen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet, weckt der massive Wertverlust des Zahlungsdienstleisters in den vergangenen Monaten das Interesse potenzieller Käufer. Mindestens ein grosser Konkurrent habe ein Auge auf Paypal als Gesamtunternehmen geworfen, während andere Interessenten nur an bestimmten Vermögenswerten interessiert seien.
Die Aktien der Papierhersteller Smurfit Westrock und International Paper verbuchten Kursrückgänge von 5,6 beziehungsweise 5,4 Prozent. JPMorgan-Experte Detlef Winckelmann verwies auf einen überraschenden Rückgang der Inlandspreise bei Wellpappen-Rohpapier.
Die Papiere von Arcellx sprangen um 77 Prozent auf knapp 114 Dollar hoch. Der Biotech-Konzern Gilead will den Krebsspezialisten für 115 Dollar je Aktie plus eine mögliche Nachzahlung in Höhe von fünf Dollar kaufen. Dabei wird Arcellx mit einem Eigenkapitalwert von bis zu 7,8 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Anteilscheine von Gilead sanken um 1,1 Prozent./edh/he
(AWP)

