Die Marktbewegungen so früh im neuen Jahr sollten allerdings nicht überbewertet werden, hiess es von Börsianern. Die Handelsumsätze seien wie auch zur Weihnachtszeit traditionell sehr dünn, was die Kurse heftiger als gewöhnlich in die eine oder andere Richtung ausschlagen lasse. «Institutionelle Anleger und die 'Big Boys' der Wall Street werden ihre Schreibtische wohl erst am kommenden Montag wieder voll besetzen», kommentierten die Experten vom Broker Activtrades.
Der überwiegend mit Standardwerten bestückte Dow Jones Industrial zeigte sich weitgehend richtungslos zwischen moderaten Gewinnen und Verlusten. Rund zwei Stunden vor dem Börsenschluss legte der wohl bekannteste Index der Wall Street um 0,1 Prozent auf 48.110 Punkte zu. Im vergangenen Jahr war er um insgesamt rund 13 Prozent gestiegen.
Der breite S&P 500 sank zuletzt um 0,2 Prozent und stand damit bei 6.835 Zählern. Der Nasdaq 100 büsste 0,6 Prozent auf 25.095 Zähler ein, nachdem er im frühen Geschäft noch um fast anderthalb Prozent zugelegt hatte. 2025 war der technologielastige Auswahlindex um gut 20 Prozent gestiegen.
Die Stimmung für Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI) blieb zum Jahresauftakt zwar alles in allem positiv, wie der Blick auf zahlreiche Aktien zeigt. Doch ist angesichts der insgesamt schwachen Umsätze Vorsicht geboten.
Die Impulse für KI-Aktien kamen vor allem aus Asien: Nachdem die Aktie des Tech-Giganten Baidu bereits in China von der Vorbereitung des Börsengangs für seine KI-Chipsparte Kunlunxin profitiert hatte, legte der anstelle der Aktie gehandelte Hinterlegungsschein (ADR) nun auch in den USA kräftig zu. Zuletzt ging es um gut 14 Prozent hoch. Zudem gelang dem chinesischen Entwickler von KI-Chips, Biren Technology , ein äusserst erfolgreiches Debüt an der Börse Hongkong mit einem Plus von 76 Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis der Aktie. Samsung kletterten zudem in Seoul auf ein Rekordhoch.
Unter den KI-Werten in den USA zogen Nvidia um 1,5 Prozent an, AMD gewannen 3,4 Prozent und Micron sogar 9,6 Prozent. Auch Strategy , Marvell Technology , Intel und LAM Research legten kräftig zu.
Tesla dagegen büssten nach einem freundlichen Start 2,9 Prozent ein. Der E-Autohersteller enttäuschte mit seinen weltweiten Absatzzahlen im vergangenen Quartal.Während der chinesische E-Autobauer BYD seine Verkäufe sowohl im Schlussquartal 2025 als auch im Gesamtjahr steigerte und 2025 fast 2,3 Millionen reine E-Fahrzeuge auslieferte, ging der weltweite Absatz von Tesla im Schlussviertel 2025 zurück. Er blieb obendrein auch unter der vom Unternehmen zur Verfügung gestellten Konsensschätzung. Da Tesla 2025 insgesamt nur rund 1,6 Millionen E-Autos auslieferte, ist nun BYD die globale Nummer eins unter den E-Autoherstellern.
Barclays verhalf der Aktie von Vertiv zu einem Kursgewinn von 8,0 Prozent. Die Analysten hatten das Papier des Energieausrüsters auf «Overweight» hochgestuft und sehen nach den jüngsten Kursschwankungen einen günstigen Einstiegszeitpunkt./ck/he
(AWP)
